Sonntag, 7. Oktober 2012

Die Lüge webt im Spiegel der Zeit


Carl Gibson:

 
Die Lüge webt im Spiegel der Zeit

 

Doch wird sie auch triumphieren?

Schau in den Spiegel der Zeit
Hetaera Esmeralda,

und erkenne,

was sie aus dir gemacht haben,
der Spiegel und die Zeit!

 

Das Licht der Wahrheit,
das du nicht erträgst,

verbrennt die zarten Flügel dir im Höhenflug.

Von Hybris voll stiegst du auf wie Ikarus,
kometenhaft aus einem Nichts hin zum Zenit,

in ewiger Angst
ins gleiche Nichts zurückzufallen.

 
Prophetisch ist die Ahnung.

 
Dein Gewissen nagt nach innen,

ja, die Lüge lebt,
eine Weile noch

bis der Schein des Scheins zerstiebt
gleich Nebelrauch in höheren Sphären.

 
Was gut ist,

wird bald reifen,

was faul ist wird vergehen.

 
Glück bricht wie Glas,

es fällt in Scherben,
war es nicht rein begründet.

 

Auch Trug erfüllt die Herzen nicht,
noch tröstet Täuschung eine kranke Seele,

die mit dem Körper leidet

 
Auf Sodom, Gomorra, Babylon,

folgt der jüngste Tag der Rechnung

für falsches Zeugnis.

fremde Federn, Drachenzungen.

Die Welt wird taumeln,

Ikonen werden stürzen,

war ihr Fundament auf Sand gebaut

in den Hades, zu den Nagern, zu den Knochen,

hinab in die Vergänglichkeit.

Ein Trost verbleibt - Was dich zerbricht, hat andere schon zerbrochen,

dich hebt, dich trägt und dich verdirbt die Zeit.

 
  Carl Gibson
 
 
 

 

 Foto: Monika Nickel

©Carl Gibson

 

Ich lüge, also bin ich - Hommage an Descartes

Carl Gibson:





Ich lüge, also bin ich

Hommage an Descartes


Leute gibt es, die gut mit der Lüge leben.

Selbst in schwerer Krankheit,

im Angesicht des Todes, lügen sie weiter,

weil die Lüge zum Wesen geworden ist,

zum eigentlichen Element.


Sie lügen, weil sie einmal logen,

sie lügen, weil sie zum Lügen erzogen wurden,

weil ein verlogenes System ihnen das Lügen beigebracht hat,

als Überlebensstrategie

als Methode,

als das Mittel, zum Endzweck zu gelangen.


Also logen sie weiter,

mit dickem Fell und gutem Gewissen,

mit dem Gewissen der Täuscher.


Selbst als die Lüge längst durchschaut war,

hielten sie immer noch an ihr fest,

als Überlebensstrategie

als Methode,

als das Mittel, zum Endzweck zu gelangen.



Wo keine Welt war,

erfanden sie eine Welt,

wo keine Wahrheit war,

erfanden sie etwas

und gaben dies dafür aus.


So wurde die Erfindung zur Wahrheit

und alle, die an dieser Wahrheit zweifelten zu Lügnern.


De omnibus dubitandum est?

Clarus et distinctus?


Das Licht fällt in die Dunkelheit zurück,

der Schleier vernebelt die Sinne.

Ein Blick in den Spiegel offenbart die Fratze,

die Eigentlichkeit in der Uneigentlichkeit,

den Ungeist der Lüge in der Welt

als Geist der Zeit.

Die Guten und Gerechten tragen alles mit.


Werte stürzen,

Freiheit endet im Sarg.


So wird Tyrannis möglich.



© Carl Gibson

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