| Carl Gibson, Juni 2026 |
Der unmoralische Mensch der Jetztzeit
hat eigentlich nur wenige Namen und Erscheinungsformen im rücksichtslosen Agieren über Gewalt.
In der Renaissance waren es die Borgias, die ihrer Zeit den Stempel der Verruchtheit aufdrückten, der Vater als Papst, Tochter Lucrezia als Hure und Cesare, der Sohn mit dem Dolch im Gewande und dem Giftbecher stets zur Hand, ohne Skrupel jenseits der Moral agierend, während der fanatische Christenmensch Savonarola noch dagegenhielt, beobachtet von Machiavelli, der daraus den Machiavellismus formte und die Staatsräson.
Heute morden Netanjahu, Trump und Putin je auf eigene Weise, der Zeit angepasst[1], der Zeit nach Epstein.
Wehe dem Moralisten, der dazwischenfunkt!
Er wird auf einem Scheiterhaufen der Zeit enden!
[1] Ein Thema in Variationen der unerträglichen Art, mit dem ich mich nie anfinden werde, nach Stalin, Hitler und dem Holocaust schon gar nicht:
Wenn Liebe in Hass umschlägt
Ein Frauen-Phänomen?
Der eher rational ausgerichtete Mann versteht das nicht recht, fast unfähig zu begreifen, wie man etwas, was man einmal innig liebte, später abgrundtief hassen kann.
Ich ein paar Fällen kann ich sogar mitreden.
Wenn dann aber einmal der Hass ausbleibt, dann wird es wohl keine große Liebe gewesen sein, nur eine Liebelei?
Wer seine geistigen Welten hat
und die Natur, dazu auch noch die Musik als Trost, der kann eigentlich nie richtig einsam sein.
Und wo bleibt Gott?
Gott ist die Natur – und das Universum.
Kahlschlag – 17 Jahre Altruismus einfach ausgelöscht, aus der Welt verbannt: ein Grund, schwermütig zu werden?
Nicht ganz, denn einiges ist noch da[1], während anderes, was der Vergänglichkeit überantwortet wurde, willkürlich und mit der Macht der Diktatur, wiederkommen kann, wenn die Schaffenskraft des freien Geistes anhält, noch klarer und noch verdichteter.
Mir ist also nicht bange trotz der Vernichtung[2]. Die Zeit wird es richten, so oder anders, wie es der große Denker aus dem Weißen Haus in Zweifelsfällen auszudrücken weiß.
[1] Der Melancholie werde ich nicht verfallen, nur, weil andere stärker sind, hier und dort. Ich bin froh und dankbar, überhaupt so weit gekommen zu sein und so viel veröffentlicht zu haben – über die Bücher hinaus im Internet. Einiges von den gestreuten Ideen kommt immer wieder hoch, wird aus der Versenkung geholt von Menschen in aller Welt, wo man mich liest, von Aufrichtigen und Wahrhaftigen, die recherchieren.
[2] Ein hoch empathischer Steinmeier wird sich der Sache wohl kaum annehmen und sich mit den Mächtigen - wahrscheinlich aus den USA - anlegen, denn damit lassen sich keine Lorbeeren verdienen – der deutsche Christenmensch und streitbare Pastor Gauck aus Rostock wohl auch nicht, obwohl er sich mit Bekloppten auskennt, mit alten und neuen Nazis und auch mit Faschisten.
Immer neue Ziele – der Mensch im Neunentwurf
Wer nun ein Ziel hat im Leben, dieses aber nicht erreicht, der bringt sich um, da ihm alles sinnlos erscheint.
Also soll man sich immer neue Ziele setzen, auch, wenn einige davon die alten sind, in meinem Fall etwas das „Zurück, zur Natur“ oder die Suche nach dem einfachen Leben, gerade jetzt, in der dekadent gewordenen Gesellschaft, die inzwischen den gesamten Westen ergriffen hat, aber auch diejenigen, die über Geld und Wirtschaft mit dem Westen verbandelt sind.
„Du stammst aus einer Familie von Selbstmördern – ihr bringt euch alle selbst um“, sagte eine Person zu mir, deren Vater sich aus eigenem Entschluss das Leben genommen hatte, aus der Krankheit und dem Leiden heraus oder vielleicht, weil die Zeit zum Ja zum Leben vorbei war.
Nietzsche hat zu beiden Fragestellungen Antworten gegeben, zur Zielsetzung und zum freien Tode, regulative Ideen, die zum Nachdenken anregen sollen, so lange man noch zum gesunden Denken fähig ist. Die Umsetzung ist aber immer individuell – bei neuen Zielen oder bei dem freien Scheiden aus dem Leben.