Samstag, 8. August 2026

Rosmarin

  

Rosmarin


Rosmarin

Im Banat war er überall präsent, zog mit durchs Leben, wesensbestimmend, obwohl ich, in der Kindheit oft, ja, täglich, in der Natur unterwegs, ihn nirgendwo frei wachsen sah; weder in den eigenen Gärten der Familie, noch auf den Feldern rund um die deutsche Gemeinde.

Wahrscheinlich gab es ihn schon zur Taufe oder zur Kommunion? Nachfragen kann ich heute nicht mehr; denn alles, die noch Auskunft hätten geben können, sind längst schon tot!

Jedenfalls wurde er allen geladenen Gästen angesteckt, am Kragen, wenn Hochzeiten gefeiert wurden – und das war oft im Dorf, da fast jeder mit jeden näher oder weiter verwandt war.

Beim Kirchweih-Fest war der Rosmarin-Strauch immer da, durch die Gegend getanzt vom Vortänzer mit seiner Auserwählten, die er später dann oft auch heimführte als Gattin.

Mir ist jedoch auch der morbide Geruch des Rosmarins noch in der Nase, im steinernen Garten, wenn ich mit der Hand über die Pflanzen streiche oder in der Küche, wenn Speisen mit Thymian, Salbe und ich mit Rosmarin gewürzt werden, provenzalische, toskanische Gerichte, denn es ist ein Todesduft, der hochsteigt, unbewusst und doch bewusst an die Leichen erinnernd, offen aufgebahrt im Wohn- und Sterbezimmer der nahen Verwandten im Sarg, an dessen Fußende ein Wasserglas stand mit Wasser, darin ein Rosmarin-Zweig zum Bespritzen des Verstorbenen.

Wer kam, um Abschied zu nehmen von dem mehr oder weniger geliebten Toten, der folgte dem Ritus, während die Angehörigen, geschart um den Sarg, den Rosmarinduft inhalierten, dutzendfach, denn es war eine Gemeinde.

Eine makabre Angelegenheit, wie es heute erscheint, doch archaisch und seit Generationen so eingeübt im deutschen Dorf im Banat.

So wirkte Rosmarin damals – und so wirkt Rosmarin heute noch nach.

 

Der „Schöne Ort“ als Abort

Wenn ein deutscher Übermensch sich schnell erleichtern muss, weil die Not groß ist, aber eine öffentliche Toilette weit oder verschlossen, dann zieht es ihn, oder auch einen von Merkels Gästen, die es lieben wie daheim, archaisch eben, nicht etwa in die offene Natur, an den Feldrand, um sich dort „in die Büsche zu schlagen“, wie es die Berliner sagen, wenn sie in den Park urinieren, in den totgesagten Park, nach George, um dem Leben neuen Auftrieb zu geben mit ihrem naturnahen Dung, sondern an den „Schönen Ort“, gemacht geradezu zum Abort, denn am Waldrand oder auch im Feld könnten Zecken[1] lauern, die ihm an den Sack gehen und später auch noch, nach dem Rausch und der himmlischen Erleichterung, auf den Sack.

Was ich erdulden musste, auf meinen Gängen durch die Natur und in die Natur, den „Schönen Ort“, wo alles wächst, blüht und gedeiht, selbst jetzt noch, wo die ordnende Hand längst weg ist, immer wieder bestaunend und bewundernd, ziemt sich für den verhätschelten Wohlstandsbürger noch lange nicht!

Also scheißt er in das Beet – und pinkelt in den Park, gleich dem Hund, damit alles seine Richtigkeit hat im sauberen Deutschland der ordentlichen, anständigen Leute!

Die Frau, die den „Schöne Ort“ anlegte, aus einer öden Ecke am Viadukt eine kleine Kulturlandschaft begründend, zog in die nächste, etwa größere Stadt am Main, wo es andere „Schöne Orte“ gibt, aber auch Unorte, geistesfeindliche Orte, um ihr Werk dem Schicksal zu überlassen – und den Leichenfledderern, die die Blumen- und Pflanzenpracht dort ausschlachten wie die Mediziner auch heute noch manche Leiche. 

Nicht nur die Pfingstrosen mussten weichen, sondern auch die Rosen – und sogar die beiden Farne, hochgeschossen, prächtig grün, nun aber „enthauptet“, in Geist der Zeit – und wie bei Netanjahu und Trump, in Gaza, im Iran, und eben auch mein Blog, wahrscheinlich weil dem oder der Bequemen aus der Zivilisation der Guten und Gerechten der Weg in den nahen Wald zu weit war, wo es viele noch Farne gibt, mehr als am "Schönen Ort“ im Beet, das nun wieder zur Wüste wird, andere Wüsten bergend und vermehrend!

Die Wüste wächst, in der Tat - und nicht nur in diesem heißen Sommer!

Unermüdlich, die letzten Jahre hindurch, brachte sie eine Blume nach der anderen an den öden Ort, pflanzte sie ein, begoss sie mit dem Wasser aus dem Brehmbach gleich daneben  – und so lange, bis aus der Wüste ein Garten Eden wurde, für mich und für andere, seltene Passanten, denn bald darauf endet die deutsche Zivilisation dort in einer Sachgasse, aus der man nur noch in Lebensgefahr herauskommt, über die Bundesstraße oder durch eine Zecken-Landschaft im mannshohen Gras - den Bach entlang wie der Biber, dem Zecken wohl nicht viel ausmachen, aber neuen Biberjägern und Menschen mit der Giftspritze, die ihm nachstellen gleich den Ratten und anderen Parasiten.

Was ein Unkraut ist oder ein Parasit, auch in menschlicher Gestalt, das bestimmt immer noch der kultivierte, hochgradig zivilisierte Mensch, seit 3 000 Jahren schon, um dann auch alles von der Welt zu tilgen, was nicht in seine Definition passt, die oft schon - als Leitsätze - im alten Teil der Bibel vorgegeben wurden, Pflanzen, Tiere, Menschen!

Gegen die natürliche Düngung des „Schönen Ortes“ hat der moderne Kulturmensch der Jetztzeit hingen nichts einzuwenden, fördert diese doch das Leben, was, nach Nietzsche, gut ist, führt das doch hin zu einem noch höheren Menschen![2]

 



[2] Zu den Schlagworten Dekapitation, Parasit, Unkraut sowie zum „Locus amoenus“ der Römer, der bei den Deutschen zum schlichten „Locus“ verkommen ist, zum stillen Ort, auch am Wegrand, dank der Hunde und bestimmten Gästen „mit und ohne Machete“, schrieb ich – als Gesellschafts- und Dekadenz-Kritiker eine ganze Serie von Beiträgen, die in Deutschland genau so heiß geliebt werden wie meine Zeitkritik und Staatskritik in ganzen Büchern gegen die Regierenden, Schriften, die man im Giftschrank findet, doch nicht in den Lesesälen der deutschen Bibliothek!

Das – an sich konsequente - Löschen meines Blogs mit Macht und durch Unbekannte am 21. Mai 2026, meine Arbeit aus 17 Jahren einfach auslöschend wie der Regime im Iran, über den ich ausgewogen zu berichten ver-suchte, war nur eine Fortsetzung des Krieges gegen mich, nur mit anderen Mitteln, frei nach Clausewitz und der Staatsräson, die aus dem Beet und Schönen Ort Demokratie, aus einem Elysium und Arkadien der fast perfekten Art mit Freiheiten und Rechten, einen Saustall machten, eine irdische Hölle, stinkender noch als die Cloaca Maxima im alten Rom.

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Am "Locus amoenus" - mein "schöner Ort", die Idylle am Bach mit Stromschnellen verdreckt durch Umweltmüll

 

Gleich neben dem Beet:

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Zum Thema: Hunger in der Welt

 

 

Sonnblumen



Hoch hinaus ... im Hochbeet - Sonnenblumen,  Kratzdisteln und der Rosmarin


Rosmarin



Hoch hinaus im guten Boden - und am Licht




Hier gute Freunde - die Sonnenblumen und die Kratzdisteln




Kleine Königskerze - Nachwuchs im steinernen Garten zwischen Pflanzen und Steinen


Großes und Großartiges beginnen sehr klein, auch die Königskerze, 


unter der ich mich heute verkriechen kann, hier, im steinernen Garten, nach mehr aber in der Nachbarschaft, wo Klaus seit vielen Jahren einen Schrebergarten betreut, mehr vorbildlich, ein Freund von Pflanzen und Insekten.

Dort wächst die Königskerze nahezu in den Himmel!

Neben den Blumen-Frau, die aus dem Ödland hier am Viadukt, aus einer schmutzigen Ecke, ein Beet, ja, einen „Schönen Ort“ machte, inspirierend für mich, auch einen Garten anzulegen, war es Klaus als Lehrmeister in der Insekten-Beobachtung, die ich aufnahm, während der steinerne Garten Gestalt annahm.

Was früher schon da war, vor einem Jahrzehnt schon, auf diversen Gebieten der Naturbeobachtung, wurde jetzt ausgebaut, systematisiert, wissenschaftlich hinterfragt, nicht nur dem Zufall überlassen und dem Schönen Schein wie früher, als eben der Zufall oft meine – fotographischen - Motive bestimmte.

Eine meiner sechs Königskerzen ist auch beachtlich, weitere kommen noch nach, der Hitze trotzend, aber auch im Schatten, in dem sie groß werden sollen.

Feuchtigkeit ist wichtig; bei den Kübelpflanzen, die ich mir nun auch wieder einmal seit Jahren gönne, um ein paar am Stock gereifte Früchte zu genießen, kommt man mit dem Gießen schon nicht mehr nach!

Aber genauso wichtig ist das Licht, der gute Standort.

Wenn dann noch ein guter, humusreicher Boden dazukommt, dann schießt die karge Königskerze, nein, nicht ins Kraut, sondern nur nach oben, gleich der Sonnenblume im Hochbeet daneben, und dem Rosmarin wie anderen Kräutern und Pflanzen, die, trotz der heißen Sonne, bei guten Wachstumsbedingungen auch prächtig gedeihen.



Kleine Königskerze - Nachwuchs im steinernen Garten zwischen Pflanzen und Steinen



Kleine Königskerze - Nachwuchs im steinernen Garten zwischen Pflanzen und Steinen


Kleine Königskerze - Nachwuchs im steinernen Garten zwischen Pflanzen und Steinen




Am Stock gereifte Früchte 


 
Endlich wieder einmal am Stock gereifte Früchte genießen

Dafür war ich bereit, etwas Geld auszugeben, schließlich ist das auch eine kleine Investition in die Gesundheit!

Also schaffte ich ein paar Pflanzen an wie früher schon, beobachtete das Wachstum – und auch das Heranreifen, das beim Menschen schwerer nachzuvollziehen ist und manchmal sogar ganz ausbleibt,

Vor zwei Tagen kaufte ich bei Multimilliardär Schwarz aus Heilbronn ein paar grasgrüne Bananen. Heute schon sind sie gelb, forciert nachgereift, neben anderen grünen, unreifen Früchten, die Menschen krank machen.

Es geht wohl nicht anders, meint die Politik, die das so zulässt!

Hier ernte ich, wenn die Früchte reif sind – wie heute! Und das als einer, der noch weiß, wie eine reife Tomate schmeckt!

Sind die Sorten bereits hochzüchtet, verdorben, die man hier noch kaufen kann in den Märkten?

Die gelbe Tomate schmeckte irgendwie – auch jene von der Krim oder andere aus Mexiko!

Ein Tummelplatz für die Genetiker dieser Tage!?

 



 

Einen Kult betreibe ich nicht, aber etwas ähnliches - Carl Gibson unter der Erhabenen



Carl Gibson im Steinernen Garten

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