| Der Dissidenten-Koffer des Carl Gibson aus dem Jahr 1979 |
Der Dissidenten-Koffer
Als ich hier ankam, im freien Staat der Deutschen, vor 47 Jahren[1],
reiste ich mit kleinem Gepäck … und etwas Konterbande in der Zigarettenschachtel
als Beweis, dass ich tatsächlich aus dem roten Gefängnis kam, aus dem noch
engeren in dem ganz großen.
Das Köfferchen ist immer noch da, neben den – noch unbenutzten - Handtüchern, die
meine – Monate vor mir ausgereisten - Eltern, reinliche Leute seinerzeit
mitbrachten, ins saubere Deutschaland der Guten und Gerechten.
Vielleicht wird es noch gebraucht, falls ich scheide, zum zweiten Mal im
Leben auf dem Weg richtig[2] ins
Exil; vielleicht auch nicht; denn nun reise ich, sogar ohne Notebook und
Handy, mit nur ein paar USB-Sticks in der Westentasche, denn meine
Werke, insofern nicht im deutschen Giftschrank oder an 50 US-Universitäten, dort
angeschafft noch vor Trump, sind breit durchs Internet gestreut – und greifbar!
Auch, wenn man mir nun den einen wichtigen Blog genommen hat, mit Macht
und willkürlich wie in einer Diktatur, die Aufklärungs- wie Geistes- und Kulturarbeit
aus 17 Jahren einfach ausgelöscht hat in einer Tabula rasa unvorstellbarer Art,
bleiben immer noch manche Früchte meiner Arbeit zurück, Werke, die darüber
Auskunft geben, wer ich bin und wer ich vorher war.
Auch, wenn man mir alles nimmt, selbst die Werke – die Taten davor,
die auch die Werke bestimmten wie das Leben, die kann man mir nicht nehmen,
denn die waren – und die sind!
[1] Carl
Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Dissident Carl
Gibson landet in Frankfurt: Die Ankunft in Deutschland ... vor 44 Jahren,
ausgereist aus Ceausescus roter Diktatur - und heute ... immer noch ein
"Gast" im deutschen Vaterland!? Der 13. Oktober - ein persönliches
Jubiläum - mit Auszügen aus dem Testimonium "Symphonie der Freiheit",
2008!
[2] Einen Anlauf dazu machte
ich schon 1991, als mein Lebensplan zusammenbrach. Doch nicht gleich in die
USA, wo man mich haben wollte, an der Uni in Lawrence, Kansas, sondern nur nach
England und Frankreich – mit dem Buch im Koffer, das schon um die Welt gegangen
war und an 200 Bibliotheken der Zivilisierten und Kultivierten auch heute noch eingesehen
werden kann.
| Der Dissidenten-Koffer des Carl Gibson aus dem Jahr 1979 |
Täglich lerne ich dazu,
nicht immer nur aus Büchern, sondern die Natur betrachtend, die mir seit
vielen Jahren schon eine Lehrmeisterin[1] ist.
In Büchern aber lese ich viel noch nach, noch mehr im Internet, das Informationen
schneller und einfacher zugänglich macht als die in sterilen Bibliotheken
verstaubenden Schriften, Gesagtes überprüfend – und manche Fehlinformation[2]
und Vorteile dann auch revidierend.
[1] Was ich vor Jahren schon
zum Thema „lebenslanges Lernen“ schrieb und publizierte, findet man im Internet
heute nicht mehr, vergleiche dazu:
Carl
Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Aufklärung in
Variationen
[2] Gerade bei Zeitgenossen,
die nicht wissenschaftlich vorgehen, aber so tun, als würden sie fachlich
Bescheid wissen, besteht die Gefahr, dass Nichtzutreffendes weiter gegeben
wird, im Umlauf kommt, etwa im Bereich der „invasiven Arten“; dagegen hilft nur
das gezielte Nachschlagen.
Sportlich durchs Leben
Leute kannte ich, die kamen mit Sport und Deutsch durchs Abitur, wurden
reif, nach dieser Reifeprüfung. An der deutschen Hochschule, wo es viele Pflanzen
gibt in den Hörsälen und Seminaren, studierten die jungen Deutschen dann auch
Deutsch, fürs Lehramt, nicht für die Wissenschaft – und Sport, denn sie waren
Deutsche und sportlich.
So gesegnet gingen sie auch durch das Leben, während andere mit
schlechteren Voraussetzungen sich durch das Abitur quälen mussten mit
Mathematik, den Numerus Clausus in den einen oder anderen Fach dann auch
verfehlend, um schließlich auch das zu studieren, was – aus dem Übriggebliebenen
--nicht ganz so einfach war, aber oft nutzlos, zum „ewigen Studenten“
führend und zum „ewigen Arbeitslosen[1]“,
während die Glücklicheren mit ihrem Deutsch und Sport oder Theologie, insofern
sie nicht in der Politik landeten, über die Partei und protegiert von vielen, zu
Fußballguckern wurden, gut versorgt vom Staat, oder zu Sportjournalisten im
deutschen Fernsehen, in höherer Mission unterwegs, dem Staat auch anders[2]
dienend.
[2] Carl
Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: In Deutschland
dürfen System-Claqueure aus dem ZDF, Bücher, verfasst von Kritikern der
Regierenden, einfach in den dem Müll-Einer schmeißen, demonstrativ vor einem
Millionen-Publikum! Wie bei Honecker und Ceausescu oder bei Putin und Xi?
Stubenhocker
Das viele Herumhocken in öden Seminaren an der deutschen Hochschule ohne
großen Erkenntnisgewinn macht nicht nur dekadent, sondern prädestiniert gar zu einer
Laufbahn im deutschen Parlament, wo man im passiven Pflanzendasein munter
weitermachen kann, womit man an der Alma Mater aufgehört hat – mit dem Nichtstun
im Abnicken des von anderen Vorgegeben.
So wurde aus dem deutschen Rechtsstaat ein Staat mir vielen ungerechten
Gesetzen[1].
Wehe dem, der darüber schreibt und publiziert oder über ähnliche Dinge, die
der Michel nicht hören soll! Man wird aus ihm einen einsamen Wissenschaftler
machen, noch unter dem Professor aus Würzburg mit den drei Hörern, und ohne Katheder,
einen Privatgelehrten á la Schopenhauer oder Nietzsche, der nur noch mit sich
selbst spricht und um ich selbst kreist, ohne Schule machen mit dem, was er
denkt, schreibt und veröffentlicht, am wenigsten in Deutschland, das sich einmal
als ein Land der Dichter und Denker definierte.
Überleben darf er, aber wie?
Mit den Schriften im Giftschrank und dem getilgten Blog im freien Staat der
Deutschen!
| Der ehemalige antikommunistische Dissident Carl Gibson, heute, August 2026 |
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