Samstag, 29. Oktober 2016

Lorenzo de’ Medicis „melancholische“ Dichtung. Leseprobe aus: Carl Gibson, Koryphäen der Einsamkeit und Melancholie in Philosophie und Dichtung aus Antike, Renaissance und Moderne, von Ovid und Seneca zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche.


Lorenzo de’ Medicis „melancholische“ Dichtung.


Lorenzo il Magnifico, für viele die Verkörperung des Renaissancemenschen schlechthin, war unbestritten ein großer Staatsmann, eine historische Persönlichkeit ersten Ranges, die durch ihr politisches und diplomatisches Geschick, durch verantwortungsvolle Zurückhaltung Florenz und der Toskana Frieden und Wohlstand sicherte. Der Prächtige war zweifellos auch ein außergewöhnlicher Mäzen, ein Förderer der Schönen Künste, der Philosophie und der Literatur. Doch war Lorenzo auch ein Dichter von Rang?

Der Jüngste im engsten Kreis der philosophischen Freunde, die den Kult der Freundschaft noch im Sinne der Pythagoräer pflegten, Giovanni Pico della Mirandola stellt, im jugendlichen Überschwang, Lorenzos Gedichte noch über die der verehrten Vorbilder Dante und Petrarca, ahnt jedoch, dass er in seinem Urteil nicht ganz unbefangen ist. Aus heutiger Sicht steht fest, dass Lorenzos Dichtungen ebenso wie die Poesie eines Michelangelo oder die philosophischen Sentenzen eines Leonardo da Vinci weit hinter die eigentlichen Leistungen auf den Hauptbetätigungsfeldern zurückfallen. Dessen ungeachtet sind Lorenzos Dichtungen wertvolle Quellen, aus welchen sich – neben der Entwicklung der toskanischen Literatursprache – vor allem etwas vom Geist jener Zeit rekonstruieren lässt und mit ihm auch der Stellenwert von Einsamkeit und Melancholie während der Renaissanceepoche in Italien.

4.1. War der Prächtige ein Melancholiker? Vanitas, Wehmut und Schwermut


„VANITAS.

Eitles Trachten, eitles Ringen,
frißt dein bischen Leben auf,
Bis die Abendglocken klingen,
 Still dann steht der tolle Lauf.
(…)
War es Gold, war’s Macht und Ehre,
Was sie schmeichelnd dir verhieß:
Kunstgriff war’s nur der Hetäre,
Eitel Tand ist das und dieß.

Sieh! Noch winkt sie dir ins Weite,
Und du wardst ein alter Knab!
Nun entschlüpft dir dein Geleite,
Und du stehst allein – am Grab.

Kannst nicht trocknen mehr die Stirne,
Da du mit dem Tode ringst;
Hörst nur ferne noch der Dirne
Hohngelächter – und versinkst!“[15]
Lenau.

Lorenzo de’ Medici war kein eindeutiger Melancholiker. Jedenfalls litt er nicht unter der so genannten „melancholischen Krankheit“, wie sie von den poetisch-philosophischen Freunden Angelo Poliziano und Marsilio Ficino beschrieben wird. Das belegen nicht zuletzt seine Dichtungen, in denen keine eigentliche Auseinandersetzung mit der pathologischen Erscheinungsform der Melancholie, mit der, modern gesprochen, endogenen Depression stattfindet. Lorenzos Stanzen und Sonette sind weitgehend heiter. Nur gelegentlich setzt ein elegischer Umschwung ein, der von allgemeinen Vergänglichkeitsmotiven bestimmt wird. Wenn überhaupt „Traurigkeit“ aufkommt, dann ist es oft nur eine leichte, milde „Wehmut“, nie tieftraurige „Schwermut“, die in Nihilismus und Verzweiflung mündet wie bei reinen Melancholikern späterer Jahrhunderte. Exemplarisch vorgestellt sei hier eines seiner elegischen Sonette, dessen Gestimmtheit gut nachvollzogen werden kann:

„Wie unser Hoffen all’ in Eitles mündet,
Wie trugvoll ist, was unser Herz auch plane,
Und wie die Welt geleitet wird vom Wahne, -
Der Allgebieter Tod es uns verkündet.

Sang, Tanz und Spiel des einen Sinn entzündet;
Ein and’rer folgt des Heldentumes Fahne,
Der dritte haßt die Welt, - daß niemand ahne,
Wie’s um ihn steht, ein vierter Trug erfindet.

Nicht’ge Gedanken, mannigfache Sorgen –
So mannigfach wie’s bunte Spiel des Lebens –
Kann irrend nur die ird’sche Welt ererben.

Jed’ Ding ist flüchtig, kennt kein dauernd’ Morgen,
Der Treu des Glückes trauest du vergebens.
Gewiß ist eins nur: daß wir alle sterben.“[16]

Alles ist eitel, nichts hat Bestand. Alles ist dem Untergang geweiht. Leben, Glück und alle anderen irdischen Werte sind der endgültigen Vergänglichkeit unterworfen. Lorenzo greift das Vanitas-Thema auf, ein Motiv, das erst in der deutschen Barockdichtung zur vollen Entfaltung kommen wird, bei Gryphius[17] zunächst, dann im lyrischen Werk Goethes[18], und gestaltet es kunstvoll variiert in eigener Diktion. Die Botschaft endgültiger Vergänglichkeit, die ein Lenau in dem Fragment gebliebenen Gedicht „Eitel nichts!“ bereits im ersten Vers mit der Aussage kulminieren lässt: „‘s ist eitel nichts, wohin mein Aug‘ ich hefte“[19], ist in Lorenzos Poesie der Vergänglichkeit bereits vorweggenommen, wobei Lorenzos Motivik zum Teil auf den Minnesang zurückgeht. Was vom Troubadour beklagt wird, findet sich bei ihm wieder. So ist es in Lorenzos Gedicht „Corinto“ ein Rosenstrauch, an dessen Knospen, prallen Blüten und verwelkten Blütenblättern sich der gesamte Lebenszyklus abbilden lässt. Wie die schöne Rose verblüht, so verblüht auch die Jugend – und hinterlässt ein unbestimmtes Gefühl der Wehmut.

Woher kommen Pessimismus und Weltskepsis, die zur Resignation verleiten? Wie so oft sind negative Gefühle und Haltungen in den Zeiten begründet, die nicht immer oder fast nie harmonisch verliefen. Leider war die - später überwiegend verklärt als Glanzzeit der Künste und der aufkommenden Wissenschaft wahrgenommene - Epoche der Renaissance auch eine äußerst turbulente Zeit politischer und religiöser Rivalitäten. Sie war geprägt von Wirren, Intrigen und Machtkämpfen einzelner Territorialherren untereinander, in einem damals noch nicht geeinten Italien oder von Auseinandersetzungen einzelner Fürsten mit dem Papsttum, im Ringen um politische Vorherrschaft ebenso wie um den rechten Glauben. So instabil und unsicher wie die politischen Verhältnisse auf dem Boden des damaligen Italien war natürlich auch der Alltag, selbst der von Königen und Fürsten, die nicht recht wissen konnten, wer am nächsten Tag den Staat regiert und wer das kommende Abendmahl überleben wird. Tod, Gefahr, Verderben lag überall in der Luft, in Neapel wie in Mailand, im Vatikan-Staat des Borgia Clans oder am Nabel der Welt, in der sonnigen Stadt am Arno, in Florenz. Nichts war beständig, selbst die Kunst nicht, die oft nur Kompensation war und – aus Glaubensgründen und Überzeugungen über Nacht im Feuer aufloderte. Also gab es durchaus viele Gründe, den Lauf der Dinge mit Skepsis zu betrachten, auch vom Palazzo der Medici aus betrachtet. Der an sich nachdenklich-meditative Dichter Lorenzo kennt aber auch die heitere Bukolik, die jeden Hauch von Traurigkeit schnell wieder verfliegen lässt. Sein „Canzona di Bacco“, ein lebensfrohes Trinklied der Renaissance, richtungweisend für das enthemmte Barock, ist ein Beleg dafür. Eine graduelle Annäherung an die Melancholie als Krankheit ist aus folgendem Gedicht erkennbar:

„Wohin mich wendend kann ich dich vermeiden,
O trüb’ Gedenken? In welch’ dunkle Räume
Soll flüchten ich, wo ich von dir nicht träume,
Die du mir dienst allein zu meinem Leiden?

Wenn neue Blumen blühen auf den Weiden,
Wenn ich verweil’ im Schatten grüner Bäume,
Wenn ich im Flusse seh’ der Wellen Schäume, -
Was könnt’ mich wohl von meiner Klage scheiden?

Kehr’ ich zurück zu meinem Heim mit Grauen,
Dann unter tausend Sorgen wohnt inmitten
Des Herzens die, die an mir frisst und naget.

Was soll ich tun? Worauf soll ich vertrauen?
Als Gabe kann ich, ach! mir nur erbitten
Den Tod, der sich doch allzu lang’ versaget.“[20]

Das sind Reflexionen eines Leidenden, dem die Unentrinnbarkeit aus dem Schicksal bewusst wird, eines Melancholikers, den Todessehnsucht überkommt und der, wie andere Leidgeprüfte in ähnlicher Lage, die Rettung im erlösenden Tod erstrebt. Überall dominieren Absterben und Verfall. Die Natur tröstet nicht, sondern verweist nur auf die allseits präsente Vergänglichkeit, die hinter den grauen Mauern des Palastes noch deutlicher wird. Die ewige Sorge schleicht mit und wird zum determinierenden Faktor. Die existenzbedrohende Melancholie ist die gefühlte Sorge hinter allen anderen rational erfassbaren Sorgen des machtpolitischen und künstlerischen Alltags; als Verzweiflung ist sie das zersetzende Negativelement der Seele, die Angst generiert, Unruhe und Unfrieden schafft, die das alles sinnlos erscheinen und schließlich jeden Trost schwinden lässt. Wie im ersten Sonett, in dem der ersehnte Tod die letzte existenzielle Gewissheit darstellt, kulminiert auch dieses Gedicht in Todeserwartung. Der geistig, seelisch Leidende, der Melancholiker, sehnt sich nach endgültiger Erlösung.

4.2. Der Typus des „Inamoroso“ als Melancholiker - Liebeslyrik im Sonett


In den zahlreichen Liebesgedichten, die Lorenzo verfasst hat, sind Liebe und Tod die zentralen Motive. Fast in jedem seiner Liebesgedichte wird, richtungweisend für die Romantik, Liebesleid mit Todessehnsucht verknüpft:

„O süßer Schlaf, wenn du doch endlich kämest,
Zum Herzen, das bekümmert dein begehret,
Und hemmst der Tränen Flut, die immer währet,
daß, süß Vergessen, du die Pein mir nähmest!“[21]

In einem weiteren Sonett wird deutlich, wie im Liebenden, im „Inamoroso“, seelische und geistige Elemente zusammenfallen und eine Einheit bilden. Lieben, Leiden, Denken, Fühlen, Sehnen gehen in einer Synthese auf:

„Wohin ich mag die trüben Augen lenken,
Nie schauen sie, woran mein Herz sich weidet,
Und stets, ihr Armen, euch die Ruhe meidet; -
So geht’s auch meinem Reden, Geh’n und Denken.

‚s ist besser drum, zur Erd‘ die Augen senken
In Tränen. Stumm die Zunge Trübsal leidet.
Der Fluß beim ersten Schritte sich bescheidet.
Mein Denken möcht‘ ich nur dem Herzen schenken.

Dann seh’ ich sie so schön und edel drinnen
Im Herzen, wo sie Amor eingegraben,
Daß es kein and’res Gut begehret nimmer.

Dem Herzen nur gilt schweigend dann mein Sinnen:
In ihm allein will ich mein Leben haben,
Dem Leben fern und doch nicht tot – doch schlimmer!“[22]

Charakteristisch für Lorenzos Liebeslyrik ist eine gewisse Stereotypie und eine etwas sklavische Orientierung an Petrarca. Hinzu kommt, dass die Sprachmelodie des Italienischen in der deutschen Übertragung wegfällt und selbst die eigentliche Diktion nicht mehr herübergerettet werden kann. Das lässt einzelne Gedichte plumper und weniger künstlerisch erscheinen, als sie tatsächlich sind.
Die zentralen Elemente seines Gedichts sind der in Liebesleid sich verzehrende Inamoroso, der Dauergast Amor und der Gegenstand der Anbetung, die imaginäre Geliebte, die anonym bleibt und sich nie artikuliert. Ungeachtet der Nähe Lorenzos zu Ficino und dem Neuplatonismus ist die von ihm lyrisch exponierte Liebe – wie bei Petrarca – ein irdisches Phänomen, keine ewige Idee im Sinne Platons.
Lorenzo de’ Medicis Lyrik wäre für die Melancholie-Diskussion nicht ganz so wichtig, wenn es nur bei diesen, kaum besonders hervorstechenden Versen bliebe. Sein Wert liegt jedoch in einem anderen Bereich, nämlich in der Ausweitung der Melancholie-Thematik auf das liebende Subjekt: Bei Lorenzo wird der Liebende zum Träger der Melancholie – und dies in Rückbesinnung auf die Vorbilder Dante, Petrarca und in Distanzierung zu ihnen in Verknüpfung mit einer individuellen Ficino-Rezeption.
Diesen melancholischen Inamoroso, dessen spezifische Ausprägung wohl auf Lorenzo zurückgeht, wird man nur kurze Zeit später im elisabethanischen England bei William Shakespeare und in dessen Umfeld antreffen, bald darauf aber auch in dem bizarren, vorwissenschaftlichen Melancholie-Opus von Robert Burton, wo dieser Typus einen größeren Raum einnehmen wird.

Dante scheut die Melancholie, ja er weist diese Todsünde Acedia auch in der „Göttlichen Komödie“  von sich und flieht sie, indem er ihr mit der Zurückweisung entgegentritt: „Weiche“! Petrarca, der nicht erklärte Melancholiker, fürchtet sie, er versteckt sie und sperrt sie in die Privatsphäre ein, ja er versucht es sogar mit einer gewissen Systematik, den „Canzoniere“ frei von Melancholie zu halten. Beatrice und Laura werden besungen, verehrt, gefeiert. Der Liebende leidet zwar massiv, doch er verfällt nicht der endgültigen Verzweiflung.
Während Dante und Petrarca wohl kaum etwas von Platon kannten, knüpft der Neuplatoniker Lorenzo de’ Medici an die Platon-Interpretationen seines Lehrers Ficino an und stellt eine Identität zwischen dem platonischen Eros und seinem liebenden Subjekt her. Der Liebende, der in Liebe sich Verzehrende, der „Inamoroso“ - das ist der Melancholiker. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Aussagen, die Lorenzo zu diesem lyrischen Melancholiker gemacht hat, auf ihn selbst bezogen werden dürfen. Wer dies trotzdem tut, stilisiert den Prächtigen – weit an seinem Wesen vorbei – zum Hervorragendsten unter den Saturnikern, ignoriert aber die Fakten, die gegen eine Disposition und Identifikation mit der Melancholie sprechen.

Ein solches Melancholiker-Portrait Lorenzos liefert die kundige und lesenswerte biographische Darstellung von Emmy Cremer[23], in welcher mehrere in eine Richtung weisende Zitate Lorenzos aneinandergereiht werden: „Alle Liebenden, schreibt er im Comento, sind von Natur Melancholiker, voller Tränen und Seufzer und stehen im Banne einer forte imaginazione, einer starken Einbildungskraft. (...) Er will leben, um zu klagen und zu seufzen. Im Schmerz genießt er den Schmerz. Wenn er in einem Sonett sich selbst beschreibt, auf einem Steine sitzend, mit dem Arm die Wange stützend wie einst Walther von der Vogelweide, so sinnt er nicht nach über die Welthändel, sondern über die verschlungenen Wege seiner Liebe und ihre Leiden, da ein hartes Geschick ihn fernhält von den Augen der Geliebten. Man mag dies als Pose empfinden, dennoch ist es wahr und richtig, wenn er sich zu den Melancholikern zählt im Sinne seines Jahrhunderts. Die im Zeichen des Saturn Geborenen – und Lorenzo galt als der Hervorragendste unter den Saturnikern, zu denen auch Marsilio Ficino und Pico gehören – waren unter seinem schädlichen Einfluss bedroht von der Neigung zur Melancholie.
Aber man kannte auch die Auffassung des Aristoteles, dass gerade die Melancholiker in vielen Dingen andere überragten, wenn die Mischung ihrer Säfte ausgeglichen war, und dass sie Gottbegeisterte sein konnten, wenn ihre Melancholie nicht durch Krankheit, sondern durch ihr natürliches Temperament bedingt war. Die Melancholie, schreibt Marsilio Ficinohilft der Seele, sich in sich selbst zu sammeln. Wer in irgendeiner edlen Kunst Großes erfand, tat dies, wenn er ... zur Burg der Seele seine Zuflucht nahm. So deutete das Jahrhundert die Natur des Melancholikers, des unter dem Saturn Geborenen. Und so empfand sich Lorenzo: zur Absonderung geneigt, zur Betrachtung, zur Einsicht. Ich glaube, schreibt er im Comento, dass jene Menschen, die von Natur Melancholiker sind, weniger Hoffnungen haben als die anderen. Die Liebenden, die im Banne der forte imaginazione stehen, sind Melancholiker; sie müssen mehr zweifeln als hoffen.“[24]

Das hier suggerierte Melancholiker-Bild Lorenzos überzeugt nur auf den ersten Blick. Einer kritischen Überprüfung hält es jedoch nicht stand. Was dagegen spricht ist das dichterische Werk Lorenzos, in dem die Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Melancholie fehlt. Ferner gibt es bei Lorenzo kein eindeutiges Bekenntnis zum Phänomen, wie das beim Zeitgenossen Michelangelo oder späteren Melancholikern der Fall ist. Und letztendlich war Lorenzo mit Pico della Mirandola, Leonardo - und Savonarola, dem er geistig vielleicht näher stand, als manche vermuten - ein entschiedener Gegner der Astrologie.

Die Melancholie, ein Thema seiner Zeit, bleibt auch für ihn, wie die Handhabung der Pose verdeutlicht, ein interessantes Motiv, das er sogar geistig-literarisch signifikant erweitert. Rein existenziell jedoch hat die Melancholie für Lorenzo keinen höheren Stellenwert.

4. 3. Melancholia - Lorenzo de’ Medici rezipiert Walter von der Vogelweide


Über Lorenzo de’ Medicis Grabstätte, von Michelangelo in den Jahren 1524 – 1534 in mühevoller Arbeit geschaffen, thront eine nachdenkliche Gestalt in der typischen Melancholie-Pose, wie man sie seit Walter von der Vogelweide kennt, in sich versunken, sinnend. Es ist die künstlerische Umsetzung der Intention Michelangelos, dessen Lebensgang vielfältige melancholische Züge aufweist, ein zeitspezifisches Phänomen der florentinischen Renaissance so treffend wie möglich einzufangen. In einem der Sonette Lorenzos erscheint das gleiche Bild:

“Io mi sto spesso sopra un duro sasso
e fo col braccio alla guancia sostengno,
e meco penso e ricontando vegno
mio cammino amoroso a passo a passo.”

Das ist die Nachdichtung dessen, was Walter von der Vogelweide in einem seiner bekanntesten Gedichte formuliert hat:

„Ich saz uf eime steine,
und dahte bein mit beine:
dar uf satzt ich den ellenbogen:
ich hete in mine hant gesmogen
daz kinne und ein min wange.
Do dahte ich mir vil ange,
wie man zer welte sollte leben:“





(Titel-Bild) 5, siehe unten:

Walter von der Vogelweide
als Brunnenfigur vor der Residenz zu Würzburg

Beide Subjekte sitzen auf einem Stein, stützen das Kinn auf den Arm und denken nach; der eine, der Troubadour Walter, philosophisch, ethisch über die richtige Lebensweise nachsinnend, der andere, fast schon vom tatsächlichen Leben enttäuscht, über die Liebe als höheres als metaphysisches Refugium. Diesem Bild entspricht die Pose der Melancholie in ihrer weit verbreiteten kulturhistorischen Erscheinungsform, in deutlicher Nähe zu Albrecht Dürers Paradigma „Melencolia“ aus dem Jahr 1514.



Walters Gedicht ist das Werk eines Troubadours deutscher Zunge, eines Minnesängers, entstanden in einer Zeit, als Meister Eckhart in seinen deutschen Predigten das Leben in „Abgeschiedenheit“ verkündete. Das Subjekt befindet sich in einer solchen kontemplativen Seins-Situation, ohne jedoch vereinsamt zu sein. Lorenzo de’ Medicis Gedicht ist im Gegensatz dazu ein bewusstes Melancholie-Gedicht. Wo bei Walter die Nachdenklichkeit vorherrscht, speziell das zielorientierte Nachdenken über die rechte Lebensführung, bricht bei Lorenzo schon die niederziehende Stimmung tiefer Trauer durch.


[15] NL, HKA, Bd. 1. S. 68.

[16] Lorenzo il Magnifico: (Medici, Lorenzo de): Dichtungen, Bd. 1 und Bd. 2 (Erläuterungen). Ins Deutsche übertragen von Carl Stange. Bremen 1940. S. XXVI. (Einleitung, Kapitel: Lorenzo als Dichter.)

[17] „Es ist alles eitel“, (1637) aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.
[18] Vgl. dazu auch Goethes parodistischen Gegenentwurf im heiteren Trinklied „Vanitas! vanitatum vanitas!“.

[19] Nikolaus Lenau. Werke und Briefe. Historisch-kritische Gesamtausgabe. Bd. 2. Neuere Gedichte und lyrische Nachlese. Herausgegeben von Antal Mádl. Wien 1995. S. 423ff. Das Fragment existiert in drei Varianten, wobei die zentrale Botschaft der ersten Zeile unverändert bleibt. Die Quintessenz des nihilistisch gestimmten Melancholikers Lenau in diesem Don Juan-Fragment aus der Spätphase seines poetischen Schaffens klingt wie eine Paraphrase der Lorenzo-Worte: „Wohin ich mag die trüben Augen lenken, / Nie schauen sie, woran mein Herz sich weidet“. (Vollständiger Text des Sonetts weiter unten.)

[20] Lorenzo il Magnifico: (Medici, Lorenzo de): Dichtungen, Bd. 1 und Bd. 2 (Erläuterungen). Ins Deutsche übertragen von Carl Stange. Bremen 1940. S. 10.

[21] Ebenda, Sonett Nr. 20, S. 146.

[22] Ebenda, Sonett Nr. 34, S. 161.

[23] Cremer, Emmy: Lorenzo de Medici, Staatsmann, Mäzen, Dichter, Frankfurt 1970.


[24] Cremer, Emmy: Lorenzo de Medici, S. 156f. Das Zitat im Zitat wurde hier fett markiert.




Leseprobe aus: Carl Gibson, Koryphäen der Einsamkeit und Melancholie in Philosophie und Dichtung aus Antike, Renaissance und Moderne, von Ovid und Seneca zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche.



Inhalt des Buches: 


Carl Gibson


Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca


zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche


Carl Gibson

Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca
zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche





Das 521 Seiten umfassende Buch ist am 20 Juli 2015 erschienen. 

Carl Gibson

Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca
zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche


Motivik europäischer Geistesgeschichte und anthropologische Phänomenbeschreibung – Existenzmodell „Einsamkeit“ als „conditio sine qua non“ geistig-künstlerischen Schaffens


Mit Beiträgen zu:

Epikur, Cicero, Augustinus, Petrarca, Meister Eckhart, Heinrich Seuse, Ficino, Pico della Mirandola, Lorenzo de’ Medici, Michelangelo, Leonardo da Vinci, Savonarola, Robert Burton, Montaigne, Jean-Jacques Rousseau, Chamfort, J. G. Zimmermann, Kant, Jaspers und Heidegger,


dargestellt in Aufsätzen, Interpretationen und wissenschaftlichen Essays

1. Auflage, Juli 2015
Copyright © Carl Gibson 2015
Bad Mergentheim

Alle Rechte vorbehalten.


ISBN: 978-3-00-049939-5


Aus der Reihe:

Schriften zur Literatur, Philosophie, Geistesgeschichte
und Kritisches zum Zeitgeschehen. Bd. 2, 2015

Herausgegeben vom
Institut zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa, Bad Mergentheim


Bestellungen direkt beim Autor Carl Gibson,

Email: carlgibsongermany@gmail.com

-         oder regulär über den Buchhandel.

„Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit!“ – Das verkündet Friedrich Nietzsche in seinem „Zarathustra“ als einer der Einsamsten überhaupt aus der langen Reihe illustrer Melancholiker seit der Antike. Einsamkeit – Segen oder Fluch?

Nach Aristoteles, Thomas von Aquin und Savonarola ist das „zoon politikon“ Mensch nicht für ein Leben in Einsamkeit bestimmt – nur Gott oder der Teufel könnten in Einsamkeit existieren. Andere Koryphäen und Apologeten des Lebens in Abgeschiedenheit und Zurückgezogenheit werden in der Einsamkeit die Schaffensbedingung des schöpferischen Menschen schlechthin erkennen, Dichter, Maler, Komponisten, selbst Staatsmänner und Monarchen wie Friedrich der Große oder Erz-Melancholiker Ludwig II. von Bayern – Sie alle werden das einsame Leben als Form der Selbstbestimmung und Freiheit in den Himmel heben, nicht anders als seinerzeit die Renaissance-Genies Michelangelo und Leonardo da Vinci.

Alle großen Leidenschaften entstehen in der Einsamkeit, postuliert der Vordenker der Französischen Revolution, Jean-Jacques Rousseau, das Massen-Dasein genauso ablehnend wie mancher solitäre Denker in zwei Jahrtausenden, beginnend mit Vorsokratikern wie Empedokles oder Demokrit bis hin zu Martin Heidegger, der das Sein in der Uneigentlichkeit als eine dem modernen Menschen nicht angemessene Lebensform geißelt. Ovid und Seneca verfassten große Werke der Weltliteratur isoliert in der Verbannung. Petrarca lebte viele Jahre seiner Schaffenszeit einsam bei Avignon in der Provence. Selbst Montaigne verschwand für zehn Jahre in seinem Turm, um, lange nach dem stoischen Weltenlenker Mark Aurel, zum Selbst zu gelangen und aus frei gewählter Einsamkeit heraus zu wirken.

Weshalb zog es geniale Menschen in die Einsamkeit? Waren alle Genies Melancholiker? Wer ist zur Melancholie gestimmt, disponiert? Was bedingt ein Leben in Einsamkeit überhauptWelche Typen bringt die Einsamkeit hervor? Was treibt uns in die neue Einsamkeit? Weshalb leben wir heute in einer anonymen Single-Gesellschaft? Wer entscheidet über ein leidvolles Los im unfreiwilligen Alleinsein, in Vereinsamung und Depression oder über ein erfülltes, glückliches Dasein in trauter Zweisamkeit? Das sind existenzbestimmende Fragen, die über unser alltägliches Wohl und Wehe entscheiden. Große Geister, Dichter, Philosophen von Rang, haben darauf geantwortet – richtungweisend für Gleichgesinnte in ähnlicher Existenzlage, aber auch gültig für den Normalsterblichen, der in verfahrener Situation nach Lösungen und Auswegen sucht. Dieses Buch zielt auf das Verstehen der anthropologischen Phänomene und Grunderfahrungen Einsamkeit, Vereinsamung, Melancholie und Acedia im hermeneutischen Prozess als Voraussetzung ihrer Bewältigung. Erkenntnisse einer langen Phänomen-Geschichte können so von unmittelbar Betroffenen existentiell umgesetzt werden und auch in die „Therapie“ einfließen.

Carl Gibson, Praktizierender Philosoph, Literaturwissenschaftler, Zeitkritiker, zwölf Buchveröffentlichungen. Hauptwerke: Lenau. Leben – Werk – Wirkung. Heidelberg 1989, Symphonie der Freiheit, 2008, Allein in der Revolte, 2013, Die Zeit der Chamäleons, 2014.






ISBN: 978-3-00-049939-5



Inhalt:


Einleitung: „Einsamkeit“ heute – Segen oder Fluch?
Der Mensch der Single-Gesellschaft – Leben im uneigentlichen Sein?

Teil I: Griechisch-römische Antike

1. Waren die heiteren Griechen auch einsam? Das Verständnis von Einsamkeit und Melancholie bei Vorsokratikern und Aristoteles.
1.2. Der Melancholiker – ein Genie? - Empedokles, Demokrit und eine nicht authentische, missverstandene Aristoteles-Sentenz
1.3. Im Garten des Epikur – Lebe zurückgezogen! Das naturgemäße Leben im Verborgenen.
2. Marcus Tullius Cicero - Einsamkeit und Gesellschaft: Musischer Rückzug in den ruhigen Hafen – „otio“ - „Gespräche in Tusculum“
3. Ovidius Naso in Verbannung in Tomis, am Schwarzen Meer – Vereinsamung und Melancholie im Spätwerk, in den Elegien „Tristia“ und in den Briefen „Epistulae ex Ponto“.
3. 1. „einsam lieg’ ich am Strande des äußersten Endes der Erde“ - Zur Einsamkeit verdammt am Ende der Welt: Ovids melancholische Dichtung vom Pontus
3. 2. Nemo propheta in patria?
3. 3. Kummer, „aegritudo“, „mania“, „melankolia“ in Ciceros „Disputationes Tusculanae“ - Bellerophon, der antike Einsame, Unbehauste; Einsamkeit und Melancholie in der mythisch-analytischen Zeitdiskussion.
3. 4. Psychosomatik
3. 5. Das „Schwarze Meer“ und „Tomis“ – antike Unort(e)?
3. 6. Künstlerisches Schaffen in Einsamkeit an sich und als Selbsttherapie
3. 7. Melancholie und Versöhnung – Concordia und Amor fati
4. Lucius Annäus Seneca - Lebe zurückgezogen - „solitudine“ und „in otio“
4. 1. „exsilium“, Senecas Verbannung auf Korsika – Unfreiwillige, äußere Einsamkeit und innere Freiheit, dargestellt im „Epigramm“
4. 2. Existenzbewältigung über Poesie bei Ovid und ethisches Philosophieren bei Seneca
4. 3. Ruhe der Einsamkeit - Apathie, Ataraxie, Eudämonie, „constantia“
4. 4. „De constantia sapientis“ – Die „Unerschütterlichkeit des Weisen“
4. 5. „Jeglicher Ort ist für den Weisen Heimatland.“ – Oder: „Patria est, ubicumque est bene“
4. 6. Senecas Klage als Anklage – Gesellschaftskritik und Dekadenz-Kritik aus der Einsamkeit des Exils heraus in der Auseinandersetzung mit den Tyrannen Caligula und Nero
4. 7. „De otio“ – Von der „Zurückgezogenheit“; Zwischen stiller Muße (otio) und hektischer Geschäftigkeit (negotio)
4. 8. In „secreto“ – „Menschen (…) leisten in der Einsamkeit Größtes“- Ethische Haltung und Charakterbildung entstehen in der Stille der „Zurückgezogenheit“. Die Funktionen des einsamen Lebens und der Nutzen für die Gesellschaft
4. 9. Selbsterkenntnis und die Idee des Selbstseins erwachsen dem Alleinsein - Das Existieren in der Eigentlichkeit. Psychologische und soziologische Aspekte erfahrener Einsamkeit
4. 10. Die Gefahren des Alleinseins – Einsamkeit als Last
4. 11. Das Alleinsein in den eigenen vier Wänden – Chance und Risiko. Freiwilliger Rückzug in die Einsamkeit, statt Weltflucht aus Enttäuschung und Überdruss
4. 12. Typen und Charaktere – introvertiert oder extrovertiert? Senecas Beschreibung der Melancholie-Symptomatik
4. 13. Geselligkeit – Senecas Plädoyer für ein ausgewogenes Wechselverhältnis zwischen freiwilligem Sein in Einsamkeit und sozialem Austausch
4. 14. Schöpferische Einsamkeit - Medium des Kreativen
4. 15. Die Apotheose des einsam-kontemplativen Lebens in der Schrift „De brevitate vitae“, „Die Kürze des Lebens“
4. 16. Im „Jetzt“ leben, nicht erst morgen und am Leben vorbei! Hic et nunc und Memento mori!
4. 17. Der ruhige Hafen als Endziel - Individuelles Leben oder Massen-Existenz?
5. Mark Aurel - Der Weg zum Selbst in Zurückgezogenheit
5. 1. Gelebter Stoizismus als Vorbild
5.2. „Alleinsein“ bei Epiktet – Individualität und Selbsterkenntnis

Teil II: Vom frühen Mittelalter bis zur Scholastik

1. „Einsamkeit“ und „Melancholie“ im frühen Mittelalter. Anachoreten im frühen Christentum - „anachoresis“ und „monachoi“.
1.1.         Eremitentum und monastisches Leben um 300 – 400 n. Chr. Antonius, (der Ägypter), Evagrius Ponticus und Augustinus: DerWeg zu Gott vollzieht sich in der Einsamkeit
1.2. Antonius, der Ägypter – Einsiedlertum, Wüstenspiritualität und Mystik
1.3. Aurelius Augustinus in „reiner Einsamkeit“ - „Alleingespräche“ aus Cassiciacum - Früchte des Schaffens in der Einsamkeit des Selbstgesprächs
1.4. „Acedia“ seit Evagrius Ponticus, bei Thomas von Aquin und Bonaventura
1.5. Die „Wirkscheu“ des Johannes Cassian
1.6. Thomas von Aquin - Wirkscheu ist Todsünde – Acedia oder „Tristitia“
2. Deutsche Mystik
2.1. Meister Eckhart: Die absolute Freiheit des Gottsuchenden - Der unmittelbare, mystische Weg zu Gott. „Abgeschiedenheit“ und „innerliche Einsamkeit“ neu definiert
2.2. In der Abgeschiedenheit – Das Aufgeben des Selbst, das Ledigwerden, als Voraussetzung der Unio mystica und die Gottesgeburt
2.3. „innerliche Einsamkeit“ – Zum Wesen der Dinge!
2.4. „Unio mystica“ und Buddhismus – Stufen und Wege des Rückzugs aus allgemein philosophischer, christlicher Sicht bzw. aus der Perspektive der Zen-Meditation - Exkurs
2.5. Heinrich Seuses „Weg in die Innerlichkeit“ und die Beschreibung der Mönchskrankheit (Acedia) in der Schrift „Das Leben des Dieners“
2.6. „Das Büchlein der ewigen Weisheit“ - „Wie man innerlich leben soll“, „lautere Abgeschiedenheit“ und Entwerdung (Selbst- bzw. Ich-Auflösung)
2.7. Theresa von Avila - „Der Weg zur Vollkommenheit“ und „Die Seelenburg“.

Teil III: Humanismus

1. Francesco Petrarcas Loblieder auf die Einsamkeit. Der zentrale Stellenwert der „Einsamkeit“ im Werk der Humanisten
1.1. Zur Vita Petrarcas – Von der Vita activa zur Vita contemplativa im mundus aestheticus
1. 2. „De otio et solitudine“ - Von Freiheit (Muße) und Einsamkeit
1.3. „De vita solitaria“: Francesco Petrarcas Hymnus in Prosa auf das Leben in Einsamkeit. Die Begründung der Auffassung von der „schöpferischen Einsamkeit” als elitäre Phänomen-Definition
1.4. „felix solitarius“ contra „miser occupatus“ – besser allein, frei und glücklich als vielbeschäftigt, gestresst und in permanenter Disharmonie – Einsamkeit: die „conditio sine qua non“ einer ethisch fundierten Lebensführung und Existenzbewältigung
1.5. Zur Modernität des Existenzmodells „Leben in der Eigentlichkeit“
1.6. Das schaffende Subjekt … und die Ahnenreihe der Einsamen
1.7. „Secretum“ – Melancholie und Misanthropie
1.8. „Gespräche über die Weltverachtung“: Petrarcas negativer Melancholie-Begriff und Dante
1.9. Melancholie und Selbst-Therapie – Ist die „unheilvolle“ „Seelenkrankheit“ „Weltschmerz“heilbar?
1.10. Dante weist die Muse Melancholie zurück

Teil IV: Renaissance

Einsamkeit und Melancholie während der Renaissance in Italien - Die „Saturniker“ des Mediceer-Kreises
1. Angelo Poliziano – Der Dichter am Kamin als personifizierte Melancholie und eine Melancholie-Beschreibung im Geist der Zeit.
2. Marsilio Ficino – Therapierte Melancholie. Das Bei-sich-Selbst-Sein der Seele führt zu Außergewöhnlichem in Philosophie und Kunst
2.1. Marsilio Ficino in freiwilliger Zurückgezogenheit in Carreggi - Einsamkeit als „conditio sine qua non“ des künstlerischen Schaffens
2.2. Im Zeichen des Saturn - Marsilio Ficinos Werk, „De vita triplici“, eine Diätetik des saturnischen Menschen. Ficinos astrologisch determinierter, antik physiologischer Melancholie-Begriff.
2.3. Definition der Melancholie und des Melancholikers in „Über die Liebe oder Platons Gastmahl“ - Die Liebe als melancholische Krankheit?
2.4. Krankheit „Melancholie“ - Therapeutikum Musik
3. Pico della Mirandolas Entwurf des Renaissancegenies in „De hominis dignitate“ – Von Einsamkeit und Freiheit
3.1. Die „dunkle Einsamkeit Gottes“
3.2. „Die Freiheit des Menschen“ und der „Geniebegriff der Epoche“ in „Oratio“
3.3. Die ethisch eingeschränkte Freiheit des Genies und das Humanum als Endziel
4. Lorenzo de’ Medicis „melancholische“ Dichtung
4.1. War der Prächtige ein Melancholiker? Vanitas, Wehmut und Schwermut
4.2. Der Typus des „Inamoroso“ als Melancholiker - Liebeslyrik im Sonett
4. 3. Melancholia - Lorenzo de’ Medici rezipiert Walter von der Vogelweide
5. Die Familie der Melancholiker oder die Metamorphose des sinnenden Geistes zur Plastik und zum Gedicht - Exkurs
6. Einsamkeit, Melancholie und künstlerisches Schaffen während der Renaissance in Italien.
6.1. Geniale Werke der Einsamkeit bei Michelangelo Buonarroti und Leonardo da Vinci - Einsamkeit als die künstlerische Schaffensbedingung schlechthin, als „conditio sine qua non“ des kreativen Subjekts.
6.2. Michelangelo Buonarroti - „Wer kann, wird niemals willig sein.“ – Individuelle Freiheit und künstlerische Selbstbestimmung
6.3. Große Kunst ist gottgewollt
6.4. Der Schaffende ist das Maß aller Dinge - oder die Lust, mit dem Hammer neue Werte zu schaffen
6.5. Weltflucht und Weltverachtung
6.6. Der sinnende Melancholiker „Micha Ange bonarotanus Florentinus sculptor optimus“
6.7. – „La mia allegrezz’ e la maniconia” – “Meine Lust ist die Melancholie!” – Existenzbewältigung im “Amor fati“ oder eine ins Positive transponierte „Melancholie als Mode“?
6.8. Hypochondrie und Misanthropie in burlesker Entladung – bei Michelangelo und Leonardo
6.9. Michelangelos „Sonette“: Kreationen reiner Eitelkeit?
7. Leonardo da Vinci – Ein Einsamer, aber kein Melancholiker. Die Wertschätzung der „vita solitaria e contemplativa“.
7.1. Leonardo und Michelangelo – ein geistesgeschichtlicher Vergleich. Der verbindende Hang zur Einsamkeit … und viele Kontraste!
8. Girolamo Savonarola – Der melancholische Reformator vor der Reformation
8.1. Gott geweihtes Leben in stiller Einkehr und früher Protest aus der Klosterzelle
8. 2. Zeitkritik und Fragen der Moral in „Weltflucht“ und „De ruina mundi“- Vom Verderben der Welt
8.3. Kritik des Christentums sowie des dekadenten Papsttums im poetischen Frühwerk - „De ruina Ecclesiae“ oder „Sang vom Verderben der Kirche“, (1475)
8.4. „Poenitentiam agite“! – Buße , Einkehr, Rückbesinnung, Katharsis
8.5. Savonarolas Humanismus-Kritik und seine Zurückweisung der Astrologie – ist die Philosophie eine Magd der Theologie?
8.6. Sozialreformer Savonarola - „De Simplicitate vitae christianae“ - Von der Schlichtheit im Christenleben.
8.7. Savonarola setzt politische Reformen durch – Über die demokratische Verfassung in Florenz zum Fernziel der Einheit Italiens
8.8. Niccolo Machiavelli und Die Schwermut der Tyrannen
8.9. Einsamkeit, Kontemplation und rhetorischer Auftritt – Savonarola Volkstribun und Redner nach Cicero?
8.10. Einsamkeit und Gesellschaft bei Savonarola
8.11. Christliche Ethik als geistige Basis der Staatsform – Contra Tyrannis
8.12. „Der Tyrann“ trägt „alle Sünden der Welt im Keim in sich“ - Melancholie als Krankheit: Savonarolas Typologie, Definition und Phänomen-Beschreibung des Renaissance-Macht-Menschen und das Primat des Ethos im Leben und im Staat.
8.13. Genies des Bösen – Lorenzo de’ Medici und der Borgia-Clan
8.14. Thomasso Campanellas idealer Gegenentwurf zum Typus des Tyrannen in seiner christlich-kommunistischen Utopie „Città del sole“
8.15. Golgatha - Traurigkeit und Verlassenheit in der Todeszelle und auf dem Scheiterhaufen
8.16. Hybris und Zuflucht zu Gott – „in Schwermut und voll Schmerz“!
8.17. Melancholia - „In te, Domine, speravi“, letzte Einsamkeit und existenzielle Traurigkeit - Hoffnung gegen Melancholie?
8.18. Auch Päpste irren! Schweigepflicht, Exkommunikation, Inquisition, Folter – Reformator Savonarola stirbt den Flammentod in Florenz
8.19. Giordano Bruno und die Flammen der Inquisition – Der Märtyrer-Tod auf dem Scheiterhaufen wiederholt sich … doch
9. Michel de Montaignes Essay „De la solitude“- Das Leben in Abgeschiedenheit zwischen profaner Weltflucht und ästhetischer Verklärung
9.1. Süße Weltflucht in den Turm – Melancholie als Habitus
9.2. War Michel de Montaigne ein Melancholiker?
9.3. Einsamkeit, ein Wert an sich, ist nie Mittel zum Zweck, sondern immer Selbstzweck.
9.4. „Nichts in der Welt ist so ungesellig und zugleich so gesellig als der Mensch“ – Einsamkeit und Gesellschaft
9.5. Vanitas - Der Rückzug aus der Gesellschaft ist auch historisch bedingt
10. „The Anatomy of Melancholy“ - Der extensive Melancholie-Begriff bei Democritus junior alias Robert Burton
10.1. „Elisabethanische Krankheit“ oder „maladie englaise“ – Melancholie als Mode!? Von der Pose zur Posse?
10.2. Demokritos aus Abdera – Der lachende Philosoph als Vorbild und Quelle der Inspiration
10.3. „sweet melancholy“ - Burtons Verdienste bei der Umwertung und Neuinterpretation der grundlosen Tieftraurigkeit zur „süßen Melancholie“
10.4. „Göttliche Melancholie“: „Nothing’s so dainty sweet as lovely melancholy“ - Zur positiven Melancholie-Bewertung vor, neben und nach Burton

Teil V: „Einsamkeit“ und Melancholie in der Moderne

1. Jean-Jacques Rousseau – Alle großen Leidenschaften entstehen in der Einsamkeit. Die Apotheose der Einsamkeit im Oeuvre des Vordenkers der Französischen Revolution
1.1. Rückzug, „Schwermut“ und „Hypochondrie“
1.2. „Zurück zur Natur“! im „Discours“ - Plädoyer für das einfache Leben und harsche Gesellschaftskritik. Macht die „Sozialisierung“ den an sich guten Menschen schlecht?
1.3. Im Refugium der Eremitage von Montmorency: Kult der Einsamkeit – Landleben, Naturgenuss und geistiges Schaffen
1.4. „Sanssouci“ – Asyl: Ein Einsamer, Friedrich der Große unterstützt einen anderen Einsamen, den verfolgten Wahlverwandten Jean-Jacques Rousseau
1.5. „Les Rêveries du promeneur solitaire“ - Träumereien eines einsamen Spaziergängers
1.6. Einsamkeit ist im Wesen des Künstlers selbst begründet - «Toutes les grandes passions se forment dans la solitude»!
2. Einsamkeit und Gesellschaftskritik im Werk der Französischen Moralisten La Rochefoucauld, Vauvenargues und Chamfort
2.1. Rekreation im Refugium – die bücherlesende Einsamkeit des Herzogs La Rochefoucauld
2.2. Einsamkeit – Katharsis, Chance und Gefahr
2.3. Chamfort - „Vom Geschmack am einsamen Leben und der Würde des Charakters“ - „Man ist in der Einsamkeit glücklicher als in der Welt.“
2.4. Abkehr von der Gesellschaft, melancholische Heimsuchungen, Vereinsamung und Menschenhass
2.5. „Ein Philosoph, ein Dichter, sind fast notwendig Menschenfeinde“ – Chamforts Rechtfertigung von Misanthropie und Melancholie.
3. „Ueber die Einsamkeit“ - Johann Georg Zimmermanns Monumentalwerk aus dem Jahr 1784/85 - Einsamkeit als Lebenselixier – Die Gestimmtheit im deutschen Barock – Inklination zur Melancholie?
3.1. Von den „Betrachtungen über die Einsamkeit“ zur Abhandlung „Von der Einsamkeit“ – Thema mit Variationen
3.2. Die Ursachen von wahrer und falscher Einsamkeit - Müßiggang, Menschenhass, Weltüberdruss und Hypochondrie
3.3. „gesellige Einsamkeit“ - eine „contradictio in adjecto“?
3.4. Aufklärer Immanuel Kant definiert den zur „Melancholie Gestimmte(n)“, „Melancholie“ als „Tiefsinnigkeit“ und die „Grillenkrankheit“ Hypochondrie richtungweisend für die Neuzeit. Exkurs.
4. Arthur Schopenhauers „elitäres“ Verständnis von Einsamkeit - nur wer allein ist, ist wirklich frei!
4.1. Der Ungesellige - „Er ist ein Mann von großen Eigenschaften.“
4.2. Die „Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister“ - Ist der Mensch von Natur aus einsam? Ist „Einsamkeit“ ein Wert an sich?
4.3. Das Sein in der Einsamkeit als existenzielles Problem - Einübung in die zurückgezogene Lebensführung.
5. Lenau, Dichter der Melancholie. „Einsamkeit“ und Schwermut (Melancholie) im Werk von Nikolaus Lenau – Anthropologische Phänomenbeschreibung und literarisches Motiv
5.1 Lenaus Verhältnis zur Philosophie. Entwicklung und Ansätze
5.2. „Einsamkeit“ und „Vereinsamung“ als existenzielle Erfahrung
5.3. Nikolaus Niembsch von Strehlenau, genannt „Lenau“ vereinsamt in Wien
5.4. Das „melancholische Sumpfgeflügel der Welt“ - Vereinsamt in Heidelberg und Weinsberg. Therapeutikum Philosophie: Lenau setzt der „Seelenverstimmung“ die „Schriften Spinozas“ entgegen!
5.5. Amerika – Lenaus Ausbruch in die Welt der Freiheit
5.6. Schwermut und Hypochondrie – Therapeutikum: Philosophie und Sarkasmus
5.7. „Einsam bin ich hier, ganz einsam. Aber ich vermisse in meiner Einsamkeit nur dich.“
5.8. „wahre Menschenscheu“ - „Die Geselligkeit“ „ist ein Laster“ - „Mein Leben ist hier Einsamkeit und etwas Lyrik.“
5.9. Die „äußere Einsamkeit“– Vom „Locus amoenus“ zum „Locus terribilis“
5.10. Situation und Grenzsituation – präexistenzphilosophisches Gedankengut bei Lenau auf dem Weg zu Karl Jaspers. Exkurs.
5.11. „Einsamkeit“ als ontische Dimension - Menschliches Dasein ist nicht Gesellig-Sein – Mensch-Sein bedeutet ein Sein in Einsamkeit.
5.12. „Einsame Klagen sinds, weiß keine von der andern“ - Monologische Existenz in dem existenzphilosophischen Gedicht „Täuschung“
5.13. In „dunklen Monologen“ - „Jedes Geschöpf lebt sein Privatleben“ - Mitsein in existenzieller Gemeinschaft erscheint unmöglich
5.14. „O Einsamkeit! Wie trink ich gerne / Aus deiner frischen Waldzisterne!“ Dionysisch „zelebrierte Einsamkeit“ im Spätwerk
5.15. „Der einsame Trinker“ - Das dionysische Erleben der Einsamkeit im Fest
5.16. „Fremd bin ich eingezogen/Fremd zieh ich wieder aus“ - Der „Unbehauste“, ein „Fremdling ohne Ziel und Vaterland“
5.17. „Nun ist’s aus, wir müssen wandern!“ - In-der-Welt-Sein ist Einsamkeit
5.18. Lenaus melancholische Faust-Konzeption - „metaphysische Vereinsamung“.
5.18.1. Der „Unverstandene“, das ist der „Einsame“.
5.18.2. Endlichkeit und Ewigkeit
5. 18. 3. Die Geworfenheit des existenziellen Realisten „Görg“
5. 18. 4. Das Unbewusste als Antrieb - Die tragisch konzipierte Faust-Figur in Disharmonie mit dem Selbst und in der Uneigentlichkeit
5.18.5. Gott ist tot - existenzielle Exponiertheit des metaphysisch Vereinsamten vor Nietzsche und Rilke
5.19. Im dunklen Auge – ein „sehr ernster, melancholischer Knabe“„hochgradig zur Melancholie disponiert“  und hinab gestoßen in die „Hohlwege der Melancholie“„Mein Kern ist schwarz, er ist Verzweiflung.“ – Melancholie-Symptomatik und Definitionen der Krankheit bei Lenau
5.20. „Lieblos und ohne Gott! Der Weg ist schaurig“ – „Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig.“ „Melancholie“ und „absolute Vereinsamung“ in Lenaus Doppelsonett „Einsamkeit“
5.21. Der Werte-Kampf in Lenaus Ballade „Die nächtliche Fahrt“ - Von darwinistischer Selektion über den „Kampf um das Dasein“ nach existenzphilosophischen Kategorien zur Ethik des Widerstands im Politischen - Exkurs
5.21.1. Wettkampf und Werte-Kampf
5.21.2. Lenaus Imperialismus-Kritik in seinem „anderen“ Polenlied
5.21.3. Ethik des Widerstands - Der Existenz-Kampf der Individuen entspricht dem Souveränitätsstreben der - tyrannisierten - Völker
6. Friedrich Nietzsche, der einsamste unter den Einsamen? Absolute Einsamkeit, extreme Vereinsamung und schwärzeste Melancholie
6.1. Wesensgemäße Daseinsform und  Schaffensbedingung der Werke der Einsamkeit.
6.2. „Also sprach Zarathustra“ - Nietzsches großer „Dithyrambus auf die Einsamkeit“
6.3. Strukturen der „Einsamkeit“ in „Also sprach Zarathustra“
6.4. „Fliehe, Fliehe mein Freund, in deine Einsamkeit!“ - „Wo die Einsamkeit aufhört, da beginnt der Markt.“
6.5. Die Auserwählten – Nietzsches kommende Elite: Der „Einsame“ als Brücke zum Übermenschen
6.6. Der Einsame – das ist der Schaffende! „Trachte ich nach Glück? Ich trachte nach meinem Werke!“
6.7. Nietzsches „Nachtlied“ - das einsamste Lied, welches je gedichtet wurde!
6.8. „Oh Einsamkeit! Du meine Heimat Einsamkeit!“
6.9. „Jede Gemeinschaft macht irgendwie, irgendwo, irgendwann – ‚gemein’“ – Zum Gegensatz von individuellem Leben in Einsamkeit und gesellschaftlichem Massen-Dasein.
6.10. „Einsam die Straße ziehn gehört zum Wesen des Philosophen.“ Fragmentarische Aussagen zur „Einsamkeit“
6.11. Therapeutikum Einsamkeit – schlimme und gefährliche Heilkunst! „In der Einsamkeit frisst sich der Einsame selbst, in der Vielsamkeit fressen ihn die Vielen. Nun wähle.“
6.12. Die „siebente letzte Einsamkeit“ - Nietzsches „Dionysos-Dithyramben“
6.13. „Vereinsamt“ – Düstere Melancholie und metaphysische Verzweiflung
7. „Einsamkeit“ bei Jaspers und Heidegger - Exkurs
8. Der „Neue Mensch“ – eine Konsequenz der Einsamkeit? „selbstestes Selbst“ und Apologie des Selbst bei Lenau und Nietzsche - Exkurs
8.1. Die Suche nach dem „Humanum“ – Absage an den Irrweg „Übermensch“
8.2. Lenaus „Homo-Novus-Konzeption“ nach Amalrich von Bene
8.3. „Idemität“ und „Konkreativität“ – Der „menschliche Mensch“! Zur Strukturanthropologie Heinrich Rombachs. Exkurs

Teil VI: Essays zur Thematik und kleine Beiträge

9. Stufen der Einsamkeit – Auf dem Weg vom Alleinsein in die Vereinsamung, Melancholie und Verzweiflung – Zur Metamorphose eines anthropologischen Phänomens
9.1. Von der existenziellen Situation „Einsamkeit“ zum Krankheitsbild „Melancholie“ in der Erscheinungsform „Acedia“ und Hypochondrie
9.2. Melancholie als Charakteristikum des genialen Menschen.
9.3. Die Phänomene „Einsamkeit“, „Alleinsein“, „Vereinsamung“ und „Melancholie“ („Schwermut“, „Depression“) – im Wandel der Zeiten: Anthropologische Konstanten und Grundbefindlichkeiten des Daseins oder zeitbedingte Entwicklungsphänomene? Zur Begriffsbestimmung.
9.4. Strukturen der Einsamkeit - Zum Bedeutungswandel der Begriffe Einsamkeit und Melancholie durch die Zeiten
9.5. Existenzbewältigung: Angewandte Philosophie in philosophischer Praxis – Zur Konzeption und Intention der Studien zur Einsamkeit.
9.6. Zur Einsamkeit verflucht? – Alleinsein zwischen gesellschaftlicher Pest und segensreicher Schaffensbedingung –Selbsterfahrungen und Autobiographisches
9.7. Das Existenzmodell „Alleinsein“ zwischen Weltflucht und verklärender Utopie: Abgeschiedenheit, Einkehr, Selbstfindung, Eigentlichkeit - Selbst erfahrene und selbst beobachtete Phänomene – Einsamkeit, ein Zeitproblem?
9.8. Ein Einsamer von heute – In memoriam Theo Meyer.

 
Nachwort:
Inhalt:
Namenregister:
Bibliographie
Primärliteratur
Anthologien, Aufsatz-Sammelwerke zur Thematik:
Sekundärliteratur:
Bilder-Verzeichnis:
Bücher von Carl Gibson

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