| Buchautor und Blogger Carl Gibson unter verblühender Königskerze Ende August 2026 |
Nachtschicht
Was in den letzten Jahren doch die Ausnahme war, wird inzwischen zur Regel.
Richtig geschlafen habe ich schon lange nicht mehr - seit dem 2019, als die schwere Krankheit diagnostiziert wurde und bedingt durch die Folgen und andere existenzielle wie gesellschaftliche Ereignisse wie Pandemie und drei Kriege, über die ich täglich wie ausführlich schrieb. Nun, bedingt durch die Blog-Löschung und den Baulärm in letzter Zeit, verschlechterte sich mein Gesundheitszustand noch mehr, was die Nachtruhe auf wenige Stunden verkürzt, die Nacht zum Tag macht, auch bei geistigen schaffen.
So jagt eine Nachtschicht[1] die andere – und dabei sehne auch ich mich, gleich dem Michel, nach einem langen, tiefen, erholsamen Schlaf, an dem alles hängt, der gute Tag danach, die Stimmung – und das entstehende Werk, das nur gut wird, wenn Körper, Geist und Seele ausgeruht sind.
Ist also alles, was ich seit der Krankheit schrieb, unzulänglich und unvollkommen? Und das Nicht-Erscheinen der entstandenen Bücher aus dieser Zeit – zwischen Matratze und Klo - durchaus berechtigt?
[1] Das Ergebnis der Nachtschicht von heute: 4 Beiträge, die schon im Kopf waren, verfasst zwischen 5 Uhr und neun Uhr – für die Welt … und als ein Zeichen, dass ich noch lebe, das Los der Welt im Blick – am Werk!
Tag für Tag eine neue Dummheit,
mindestens eine!
Diesen Eindruck hat
nicht nur der kritische Blogger, der seit vielen Jahren über den Einen
schreibt, sondern die halbe Welt, in das eine Haus schauend, von dem viel
törichte Politik ausgeht, auch schon seit Jahren, nach innen wie nach
außen.
Was die Zivilisiert-Kultivierten
lange nicht zur Kenntnis nehmen und dezidiert ansprechen wollten, dem müssen sie sich nun doch stellen,
gleich einem Fait accompli, denn der Eine, der macht, was er will, nimmt
weder Rücksicht auf Feind noch auf Freunde in seiner Machtpolitik, in welcher
das Feindbild täglich wechselt – wie die Wahrheiten, die stündlich gemacht und verbreitet
werden.
Was ich über
die Politik dieses Einen schrieb, wird schon lange nicht mehr im Internet
gefunden, denn er hat seine Handlanger, die alles tilgen und löschen, was der Chaospolitik
des Einen nicht entspricht, nicht nur den Einzelbeitrag tilgend, aus der Welt
schaffend mit aller Kritik an dem Einen, sondern gleich den ganzen Blog – in dieser freiesten aller freien Welten,
oft schon im Präventivschlag, das Neugeborenen schon im Mutterleib abtötend,
noch vor der Geburt.
„Die
Kavallerie schützt die Siedler“ – oder: lesen auf dem Bodensatz eines Blogs
ist aussagekräftiger
als das Rätseln im Kaffeesatz,
denn dort wird sichtbar – wenigstens für mich, den Urheber – was die Welt
rezipiert von dem bisher Publizierten.
Auch ein Blog
muss verdauen; die Beiträge dort müssen sich setzen, gleich dem neuen Wein,
dessen Zeit nun wieder gekommen ist, genauer diejenigen Artikel der kritischen
Sorte, die noch da sind, diversen Formen der Zensur entgingen und nun weiter wirken,
rezipiert von Leuten, die sich Gedanken machen über die Gegenwart und Zukunft,
wahrscheinlich von jungen Leuten aus unterschiedlichen Gesellschaften und von
den Hochschulen, die nun auf die Barrikaden gehen, in Frankreich, im Land der
Revolutionäre und Rebellen aus dem Widerstand, in Italien, in Spanien, ja,
sogar in Albanien, also überall dort, wo das Volk mit der Politik der Regierenden
nicht mehr einverstanden ist.
Auf einmal
interessiert jedoch nicht nur der neue Wein, sondern auch das bisher Verschüttete
aus dem Bodenschlamm[1]
– des Blogs -, das auch ein essentielles Destillat ist, ein Geist
aus der Flasche, der aufrührt und Kräfte entfesselt, mit welchen man in einer
Welt, in der doch alles so sehr in Ordnung war, nicht gerechnet hat.
Tabuisiertes
kommt hoch, wachgerüttelt von Menschen, die nun ihre Freiheiten und Persönlichkeitsrechte
einfordern, nachdem man sie lange gegängelt und hinter dem Mond gehalten hat – mit
falscher Politik und leeren Versprechungen.
Was der einzelne
Zeitkritiker früher schon sah und ansprach, avantgardistisch vorausschauend,
wird jetzt zum Massenphänomen, im alten Europa, aber auch im fernen Südamerika
sowie in Teilen Asiens und sogar in der islamischen Welt, wo regelmäßig das gelesen
wird, was ich – neben anderen – schreibe und publiziere.
Worüber habe ich
noch nicht geschrieben in all den Jahren? Wer sich von meiner Themen-„Vielfalt[2]“
einen Begriff machen will, der schaue auf meine Blogs, auch auf die Variationen
wichtiger Themen, die wiederkehren, weil die Zeit-Phänomene „nicht bewältigt,
sondern nur „verdrängt“ wurden – in der politisch korrekten Welt der Selbstgerechten
in den Tagen globalen Pharisäertums.
Den Beitrag
„Die Kavallerie schützt die Siedler – oder:
Die Geschichte des Wilden Westens in den USA wiederholt sich heute im Westjordanland“
könnte ich heute,
in der Mitte des Oktober 2026, heute, wo jüdische Siedler, beschützt und bestärkt
von der IDF, nicht nur uralte Olivenbäume niederbrennen im Rausch der
Vernichtung und auf einheimische Palästinenser losgehen, sondern auch auf eine
US-Journalistin und auf EU-Diplomaten aus Frankreich und Belgien, wieder
schreiben, wenn ich ihn nicht längst schon geschrieben[3]
hätte, in Variationen, als ein Autor, der seine zeitkritischen Bücher –
auch über die drei Kriege – hier nicht mehr aus eigener Kraft veröffentlichen
kann.
Scrollen,
scrollen, scrollen[4], ermahnte ich die potentiellen Leser schon
früher. Auch, wen der ein Blog bei WordPress weg ist, dekapitiert in der Zeit
der Dekapitation, von welchen Dunkelmännern auch immer, jeder zweite Beitrag de
facto auch weg ist, eliminiert, wegradiert wie viel von meiner Aufklärungsarbeit
seit 2010 – eine Menge ist noch da, geschrieben, kann also gelesen, wissenschaftlich
rezipiert werden![5]
[1] Carl
Gibsons Philosophie- und Essayistik-Blog: Manche Schätze birgt der Schlamm,
wahre Perlen der Wahrheit
[3] Hier ein Beispiel:
[5] Mein Hauptblog bei der
Google-Firma „blogger“, den man mir noch nicht genommen hat, verzeichnet heute,
am 18. Oktober 2026, über 44 000 Zugriffe.
Was
neu ist und unerwartet auf meinen „Werke“-Blog: der Iran führt dort seit Tagen
die Statistik an! (Mit über 500 Klicks!) Der verteufelte, im Westen dämonisierte
Iran!
Vielleicht
hat es sich im Land der Perser herumgesprochen, dass es im westen noch einen
Blogger gibt, der seit Jahren schon versucht, „ausgewogen“ über den Iran zu
berichten!? Im Kontrast zu den offiziellen, öffentlich-rechtlichen Medien!
Mein Telefon hat seit Wochen nicht mehr geklingelt
Was sagt das aus
über die geistig-existenzielle Situation eines Schaffenden, der in Einsamkeit
lebt und wirkt, im selbst gewählten Alleinsein?
Vereinsamt bin
ich noch nicht, aber in dem – auch öffentlich gemachten – „Rückzug[1]“
angekommen,
wenn auch nicht
im „ruhigen Hafen“ – bei all dem Baulärm[2]
in einer Zeit, die dem geistig-künstlerischen Schaffen ganz und gar abhold ist[3].
[1] Carl
Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: In Klausur,
doch die Welt im Blick
[2] Inzwischen, nach drei
Wochen Lärmbelästigung in der Nachbarwohnung, was mich, den Kraken, immer
wieder in die Flucht trieb, in die Natur, hat man mir klargemacht, dass es eine
„Mittagsruhe in Deutschland“ nicht geben würde, im Deutschland der auch sonst
Rücksichtslosen aus Politik und Gesellschaft!
[3] „Du rufst nie an“, den Vorwurf
machte man mir schon früher. Für lange, sinnlose Telefonate fehlte mir immer
schon die Zeit. Jetzt aber, wo alle Bezugspersonen tot sind, habe ich überhaupt
keine telefonischen Bedürfnisse mehr, auch mit dem Handy nicht, das ich, praktisch
ungenutzt, noch mit mir herumtrage, auch in der Natur. Hat die Welt mich deshalb
schon vergessen? Nicht ganz! Denn als „Blogger“ – wenn auch mit einem
gelöschten Blog – bin ich noch da, praktisch täglich, für die Welt – und quicklebendig,
als Schaffender eben – aus der Einsamkeit heraus, die gute Früchte tragen kann,
wenn man sie richtig nutzt und agiert.
Gerade
als ich – als guter Staatsbürger wieder einmal mit dem „Freund und Helfer“ aus
der Nachbarschaft reden wollte, um die an der Schranke am Waldrand gefundene
Rehkeule anzusprechen nach dem toten Reh – gab mein Festnetz-Telefon, lange
schon marode, seinen Geist endgültig auf. Nun schaffte ich ein neues Gerät an,
bin also erreichbar, wenn Menschen mit mir reden wollen.
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