Sonntag, 11. Oktober 2026

Sichtweisen

       

Zwischen diesen Königskerzen posierte ich im Sommer - vom Kadaver des Marders keine Spur mehr

Sichtweisen

Lange Jahre saß ich im philosophischen Kolloquium mit anderen, die Phänomene sahen, die ich nicht sah. Heute sehe ich Dinge, die andere nicht sehen.


 

Ein Blick zurück, doch nicht im Zorn!

Erholung

Manchmal erhole ich mich am Tag von der schrecklichen Nacht mit Albträumen[1], indem ich in die Natur hinausgehe.

Die Bewegung in frischer, freier Luft erholt Körper, Geist und Seele, verscheucht Trübsal und bringt - mit den guten Gedanken - auch die bessere Gestimmtheit zurück.



[1] Die so absurd an sich oft nicht sind, sondern sogar luzid, Angedachtes, was aber nicht zu Ende Reflektiert wurde, erklärend, nicht nur Verschüttetes aus der früheren Verfolgung lüftend, sondern auch Phänomene erörternd, die mit dem Altern und dem Alleinleben zusammenhängen, mit der – verdrängten – Sexualität und der körperlich-seelischen Zerfall.


       

Noch fest in der Hülle, noch verborgen der Kern

 

Nah an der Natur, nah am Leben philosophieren,

so habe ich es gehalten, schon Jahre vor den Studien und dem philosophischen Diplom, auch, nachdem ich an fünf deutschen Hochschulen Philosophen aller Art beobachtet und diverse Philosophien kennengelernt hatte, darunter vor allem Schulphilosophen, manchen Metaphysiker, Phänomenologen, Anthropologen, Anthroposophen und Wolkenkuckucksheim-Philosophen, in deren Zirkel ich das stets das Kuckucksei war und blieb.

Von den Dingen der Natur ausgehend, lange nach Lukrez und einem der Urväter in jenen Dingen seit den Vorsokratikern, nach Epikur, blieb ich auch bei Natur, konsequent auch im eigenen Leben[1]; denn in der Natur – oder im Kosmos, wie es die Stoiker sagen, ist man gut aufgehoben, auch, wenn die Natur ohne Moral ist.

 



[1] Leider lässt sich diese existenzielle Essenz nicht vermitteln; sie bleibt individuell und nur dem vorbehalten, der die Erfahrungen gemacht hat – über die Philosophie hinaus auch im Politisch-Gesellschaftlichen:

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Story und History – ein deutsches Trauerspiel der Neuzeit

Goethes Wort aus Faust, „wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet‘s nicht erjagen“, bringt es auf den Punkt; über das Gefühl hinaus auch im Geistigen.


     

Die Stadt


Vom Besonderen zum Allgemeinen – über beobachtete Phänomene und voreilige Prognosen,

die auch wieder korrigiert werden müssen.

Errare umanum est.

Eine dieser Voraussagen, die ich im Frühsommer abgab als einer, der schon viel vorzeitig erkannt, besonders im politisch-gesellschaftlichen Bereich, voreilig, muss ich zurücknehmen: es werde nicht viele Äpfel geben in dieser Region in diesem Jahr, hatte ich verkündet, nachdem ich festgestellt hatte, dass an zwei, drei, in früheren Jahren sehr ertragreichen Apfelbäumen kein einziger Apfel aus der Blüte hervorgegangen war – nur Laub, sonst nichts!

Bei dem Zwetschgenbaum am Waldrand, wo ich früher manche süße Frucht mitgenommen hatte während des Rundgangs, war es ähnlich: keine Früchte!

Und unter dem Nussbaum am Hochsitz auch keine einzige Nuss! Es wird Gründe geben, weshalb manche Bäume Früchte hervorbringen, andere aber keine.

Nun gibt es in diesen Jahr Äpfel, Pflaumen und Nüsse zuhauf, mehr als man auflesen und heimtragen kann!

Aus spontanen Beobachtungen hatte ich vorschnelle Schlüsse gezogen – und das auch noch in die Welt posaunt – als allgemein gültige Wahrheit!

Ich hatte mich geirrt – und ich stehe dazu!

Doch wenn der Staat irrt in bestimmten Vorgegensweisen und Praktiken – über selbstherrlich, oft in eigener Sache agierende - Politiker im Amt und Würden, dann fällt es dem demokratischen Staat schwer, die Irrtümer einzugestehen und diese – nach wahrhaftiger Distanzierung – auch zu korrigieren, als dem nachzukommen, was ich in dem einen Fall seit über zwei Jahrzehnten öffentlich einfordere, aber nichts geschieht!

Wo er Einzelne einsichtig ist, bleibt der Staat, das kälteste aller kalten Ungeheuer, stur.

 




Was die Finger schwarz macht, nicht aber die Gesinnung

    Braune Finger, braune Hände, aber noch lange kein braunes Bewusstsein,

Nach einem Herbststurm liegen sie alle auf dem Boden, die Nüsse, im Wald, man muss sie nur noch aufsammeln und nach Hause tragen – für den selbstgebackenen Kuchen, anstatt die Nüsse von den Plantagen aus Chile zu kaufen oder aus Kalifornien, wo man die Bäume düngt, auch spritzt und die Früchte – für die lange Reise nach Europa – gegen Pilze resistent gemacht werden.

Wer Nüsse hingegen schon vor den Stürmen einsammelt auf dem Waldweg, der bekommt schnell braune Finger, sogar braune Hände, denn die Früchte mit den harten Schalen und dem weichen Kern stecken noch in einer grünen Hülle, die, in der Hand zerdrückt, zerquetscht, eine Flüssigkeit absondert, die Finger und Innenhand braun färbt.

In den Tagen der Pandemie sammelte ich, etwas verunsichert durch die Krise, der noch anderen Krise folgten, auch im Nahrungsmittel-Bereich, im Bestreben nach Autarkie in der Selbstversorgung, mehr Nüsse ein, als ich verzehren konnte – frei nach dem Motto: wenn das Brot knapp wird oder ganz ausfällt:

eine Nuss pro Tag, fürs Gehirn zum Schaffen, für nacktes Überleben, am Vorbild des Diogenes von Sinope ausgerichtet, der – als guter Zyniker mit Moral – nur eine Olive von der opulent gedeckten Tafel nahm, um ein Zeichen zu setzen, in Absetzung von der damals schon leicht dekadenten Überflussgesellschaft.

Gesundheitlich angeschlagen und mit einem chaotischen Darm wie geschädigt durch Chemotherapie, Bestrahlung und Operationen, vertrug ich die Nüsse jedoch nicht, verschenkte viele davon – noch mehr aber brachte ich wieder in die Natur zurück, wo sie anderen Wesen über den Winter halfen.

Braune Finger habe ich auch heute wieder, während ich das braune Bewusstsein bekämpfe,

hier in Deutschland, wo man Nazis erfindet, anstatt eine aufrichtige Diskussion zu führen, auch mit Zeitkritikern in offener „Disputation“ jenseits der Tabus, im Heiligen Land, wo die Apartheid der Rassisten bestimmt, die Folgen und Lehren aus dem Holocaust ignorierend, sowie – zum Schaden des Westens wie der Welt - im Land der Freien, in Amerika, wo die braune Gefahr wieder hochkommt – über Volksverdummung im großen Stil wie einst beim Duce, bei Hitler und bei Stalin oder Mao, braun und rot in Identität, heute erneut über neue Übermenschen und falsche Führer.

Und hinter den Dingen – die Dunkelmänner, braun, schwarz, rot, die mich bekämpfen, in vielen Formen!

 

 


Der Walnussbaum und die Nüsse im deutschen Wald, 

erlebt auf einem Rundgang an einem sonnigen Herbsttag im Oktober auf dem Weg in das Reich des Bibers im Muckbachtal



Braune Finger - aber saubere Hände und ein reine Gewissen!


Ein Nussbaum auf dem Weg in den Wald - Zierde des Schrebergartens, wo auch noch Kirschbäume wachsen und ein weiterer Nussbaum, gut gehegt (mit Siebenschläfern!) und gepflegt ganz im Sinne der deutschen Ordnung - mit Rasenmähen und Heckenschnitt in bewährter Dekapitation


Die Nuss im Mauseloch


Geschützt in grüner Hülle


En deux - zwei Nüsse

Post festum - nach dem großen Fressen: Nuss-Schalen


Wo sie hinfällt, dort bleibt sie liegen - bis die nächste Maus kommt


Hinterlassenschaften - des kultiviert-zivilisierten Menschen ... und der unmündigen Kreatur aus der Natur


Die Stadt




Junger Nussbaum - kaum mehr als eine Rute, die aus dem Boden schießt, nachdem ein Rabe dort eine Nuss verloren hat, vielleicht, strebt er schon zur Blüte und zur vollendeten Frucht


Nussbäume, etwas älter, im Hintergrund, und jung




Gut geborgen




Sprössling


Noch fest in der Hülle





Was die Finger schwarz macht, nicht aber die Gesinnung







Natur und Zivilisation - mit Windenergie über den Wipfeln





Ein Blick zurück, doch nicht im Zorn!





Wacholder, jung, ohne Beeren







Hochsitz und ein Nussbaum gegenüber, der in diesem Jahr keine Früchte hervorbringt







Im Wald - Nussbaum und Nüsse auf dem Boden




Pilze am Ende des Waldwegs vor dem Abstieg ins Tal, wo der Muckbach fließt - Judasohren, etwas erholt nach dem heißen und trockenen Sommer






Abstieg in das Reich des Bibers, den es inzwischen vor meiner Haustür auch gibt - und am Werk!






Am Muckbach - sehr niedriger Wasserstand




Wacholder



Kaum noch Wasser im Bach, wo sonst der Biber staut






Zwischen diesen Königskerzen posierte ich im Sommer - vom Kadaver des Marders keine Spur mehr


Die mannshohen Disteln - vertrocknet, denn es ist Oktober




Einige Königskerzen halte sich noch




Nachkommen der  Königskerzen sind auch zu sehen




Apfelbäume im Tal - dazwischen ein Reiher, der sucht und findet





Auf der Wanderung konzipiere ich auch manchen Blog-Beitrag.





 

Fisch-Kadaver an einem der Teiche an der Tauber - das große Loch verweist auf den Schnabel des Reihers, der den Fisch wahrscheinlich tötete, aber nicht verzehren oder mitnehmen konnte


Wie der Fisch im Wasser,

sollte sich der Mensch immer fühlen, in seinem Element, in seiner Wesenheit, gegen den Strom schwimmend wie der gesunde Fisch.

Was macht der Deutsche?

Er lässt sich treiben, glaubt aber gesund zu sein, richtig denkend wie handelnd.


Mit Aasfliegen - in den Teich lebten etwa fünf Fische dieser Größe




Buchautor und Blogger Carl Gibson unter verblühender Königskerze Ende August 2026



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