Freitag, 11. März 2016

Der Fukushima- Effekt in Deutschland[1] und Japan – „mehr Demokratie wagen“? Das deutsche Paradigma zwischen Vertuschung und Aufklärung, Leseprobe aus: Carl Gibson, "Quo vadis, Germania, wohin steuert Europa? "


 

Der Fukushima- Effekt in Deutschland[1] und Japan – „mehr Demokratie wagen“?

Das deutsche Paradigma zwischen Vertuschung und Aufklärung


Der erdrutschartige Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hat den Beweis erbracht: Deutschland ist wach gerüttelt und bereit, die politischen Konsequenzen aus dem Reaktor-Unglück in Fukushima zu ziehen. Die Anti-Atombewegung[2] hat neuen Auftrieb erhalten: 250 000 Menschen gingen bundesweit auf die Straßen, um gegen die Atomkraftnutzung in gegenwärtiger Form zu protestieren – und dies, nachdem schon die Politik, namentlich Kanzlerin Angela Merkel, durch das in Kraft gesetzte Moratorium die Unzulänglichkeit der Atomkraftwerk-Technologie eingestanden hatte.

Die deutsche Bevölkerung ist alarmiert – und auch das zeigt die letzte Wahl, die Wähler und Träger der ökologischen Anti-Atomkraftbewegung – gebündelt in der Grünen Partei – stammen aus allen Teilen der Bevölkerung.

a.      Vertuschungspraxis und Volksverdummung“ im „hermetischen Japan“, nach deutschem Moratorium!?


Ist diese Entwicklung eine Ermutigung auch für die Bürgerbewegung in Japan? Ein Häuflein aufrechter junger Japaner formte sich schon zum Protest und marschierte noch etwas hilflos, aber entschlossen durch die Straßen von Tokio, noch im leisen Aufschrei.

Die zynische „Volksverdummung“ funktioniert nicht mehr im „hermetischen Japan“, starrer konservativer Traditionen. Bisher hatte die „Vertuschung“ den Gang der Zeit und den Lauf der Dinge bestimmt – im Politischen über eine sogenannte „liberal-demokratische“ an sich aber stockkonservative Partei, die sich – ungeachtet vieler Skandale – über Jahrzehnte an der Macht halten konnte. Der wirtschaftliche Erfolg im Nachkriegs-Japan gab dem Modell bisher Recht und verhinderte eine aufkommende Opposition. Jetzt aber, nach dem Fukushima- Unglück, wo die existenziellen Interessen der Nation bedroht sind, ist Aufklärung angesagt, ungeschminkte Offenlegung aller Wahrheiten.

Die ökologischen Bürgerbewegungen in Deutschland können ein Vorbild sein, gerade wenn es um die Durchsetzung von bürgerlichen Rechten und Freiheiten geht, um das Recht auf Aufklärung, um das Recht auf Wahrheit. Mit wie viel Bewunderung blickten Westeuropäer in den Tagen des Tsunami-Unglücks nach Nippon, fast konsterniert, mit welch fatalistischer Fügung und stoischer Gelassenheit die über ein ganzes Volk hereinbrechende Naturkatastrophe ertragen wurde.

Disziplin war überall sichtbar – und dahinter das Vertrauen eines Volkes in die „lenkende Hand des Staates“, der die Heimsuchung nur noch mäßig unter Kontrolle hatte.

Die Autoritätsgläubigkeit der Japaner ist aus europäischer Sicht frappierend. Trotzdem muss man sich – gerade als Deutscher - kritisch fragen, ob diese Fügsamkeit und ein blindes Vertrauen in Staat und Wirtschaft (AKW-Betreiber) nicht Duckmäusertum und politische Apathie nach sich ziehen.

Ist es nicht die Atom-Wirtschaft, die in diesen schweren Stunden der nationalen Katastrophe die Tugenden und Traditionen der Japaner überstrapaziert, ja missbraucht?

Die Aufklärungspolitik der Atomkraftwerksbetreiber in Fukushima ist höchst unbefriedigend, werden doch – neben der Internationalen Atomenergie-Behörde die gesamte Weltöffentlichkeit und vor allem die unmittelbar Betroffenen in Japan hinters Licht geführt. Ein Skandal?

Die Vertuschungspraxis in Japan erinnert an die Praktiken der KPdSU nach dem Reaktor-Unglück von Tschernobyl – noch vor der „Glasnost und Perestroika-“ Politik Michael Gorbatschows.

Das Groteske dabei – in Sachen Pseudo-Aufklärung führen die AKW-Betreiber sich vielfach selbst ad absurdum. Wurden nun 100 000-fach überhöhte Strahlungswerte gemessen oder doch 10 000 000-fache?

Wie kam es, dass eine Hoch-Technologie-Nation wie Japan, die Pläne eines US-Atomkraftwerks an der japanischen Küste umsetzte, ohne die Sonderbedingungen des Landes wie Erdbebengefahr und Tsunami-Bedrohung zu berücksichtigen?

b.      Die Fukushima-Katastrophe wird die Welt verändern!


Der Fukushima- Effekt hat Deutschland politisch verändert, fast über Nacht!

Dieser Fukushima- Effekt wird auch Japan verändern und sogar die Welt, obwohl die Supermacht USA und andere große Staaten wie Indien, Russland und die Volksrepublik China weiterhin auf Atomenergie setzen, aus Mangel an Alternativen, aber auch deshalb, weil ein „kritisches Bewusstsein“ im Umgang mit Atomenergie noch nicht da ist.


Auch die Nachbarn der Deutschen, die Franzosen, leisten sich 57 Atomkraftwerke, selbstbewusst aber auch unreflektiert, eben weil es noch kein ausgeprägtes ökologisches und kernkraftkritisches Bewusstsein gibt.

Risiken werden verniedlicht, Vorfälle in AKWs kaschiert, Diskussionen abgewürgt – und das in einem Staat, der in Nordafrika Freiheit, Demokratie und Menschenrechte für alle mit Bomben durchsetzen will.

Abschottung und nationale Einzelgänge aber sind heute in einer globalisierten, vernetzten Welt nicht mehr möglich. Der „Hermetismus“ funktioniert nicht mehr – er ist anachronistisch und muss, bei aller Tradition und Wahrung der Eigenheiten stolzer Nationen überwunden werden.

Die „Identität“ eines Volkes muss dabei nicht aufgegeben werden. Interkultureller Dialog ist verstärkt angesagt, gerade wenn es gilt, Probleme, die die gesamte Schöpfung bedrohen, gemeinsam zu leisten.

Wir haben nur eine Welt – gehen wir verantwortungsvoll mit ihr um. Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl und Fukushima warnen, mahnen!

 




 
 
 



 
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Copyright © Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.


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„Wohin gehst, Du, Deutschland, in Europa“? – Wohin geht die Reise der Europäer? In die „Vereinigten Staaten von Europa“ oder bleibt es bei einem „Europa der Nationen“?
Aufbauend auf seinen historisch-dokumentierenden Beiträgen zu den Umbrüchen und Entwicklungen während des „Arabischen Frühlings“, fragt Autor Carl Gibson - hier und jetzt - nach den Ursachen der internationalen Konflikte. In exponierten Thesen analysiert er die unmittelbaren Auswirkungen der Ereignisse auf Europaschwerpunktmäßig in dem - mit massiven Flüchtlingsströmen konfrontierten und vielfach an seine Grenzen stoßenden – Deutschland sowie im mit betroffenen FrankreichWurzelt der aktuelle Terror gegen Frankreich in einer verfehlten Innen- und Außenpolitik? Der – die Politik der Supermächte USA und Russland permanent einbeziehenden - politologischen und völkerrechtlichen Betrachtungsweise schließt sich im zweiten Teil des Buches eine umfassende „Werte-Diskussion“ an, in welcher, rund um das leitmotivische Makro-Thema tradierte Normen und Wertvorstellungen (Würde, Freiheit, Meinungsfreiheit etc.) im Wandel erörtert werden. „Deutsche Werte“ – was sind sie noch wert? Verabschiedet sich das „neue, wiedervereinte Deutschland“ nach der politischen und geistigen Wende zunehmend von den aufklärerisch-humanistischen Paradigmen eines Luther, Kant und Goethe? Sind „deutsche Kultur“, „deutsche Identität“, „deutsche Nation“ noch Werte an sich oder verkamen sie inzwischen zu antiquierten, zur Disposition stehenden Begriffen? Wer, gerade im Ausland ,erfahren will, was in der deutschen Politik und Gesellschaft schon seit Jahren nicht mehr stimmt, wie – sicherheitspolitisch unverantwortlich - heute mit der Flüchtlingsproblematik umgegangen wird oder ob der freie Westen den Herausforderungen der internationalen „terroristischen Bedrohung“ gewachsen ist, der blättere kritisch nachdenkend in diesem Buch.




Carl Gibson, sozial engagierter Philosoph, Zeitkritiker, Bürgerrechtler, Gründer und Leiter des „Instituts zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa“. Hauptwerke: Lenau. Leben – Werk – Wirkung. Heidelberg 1989, Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceaușescu-Diktatur. 2008. Allein in der Revolte: Eine Jugend im Banat. 2013, Die Zeit der Chamäleons, 2014, „Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit“ – Herta Müllers erlogenes Securitate-Folter-Martyrium, 2014. „Plagiat als Methode – Herta Müllers „konkreative“ Carl Gibson-Rezeption“. Vom Logos zum Mythos!?Die Herta Müller-Maskerade im Brenn-SPIEGEL der ZEIT-Kritik, 2015, Koryphäen der Einsamkeit und Melancholie in Philosophie und Dichtung aus Antike, Renaissance und Moderne, von Ovid und Seneca zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche, 2015.




ISBN: 978-3-00-051989-5



Erschienen am 28. Januar 2016.
Überall im Buchhandel erhältlich.

Hardcover, über 500 Seiten.
Buchpreis: 49,90 Euro.

Direkt-Bestellungen und Vormerkungen


auch über Email: carlgibsongermany@gmail.com





 
Foto: Copyright ©
Monika Nickel

Carl Gibson,  Philosoph, Autor, im Jahr 2016



Pressemitteilung veröffentlicht bei openpr

 



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