Donnerstag, 26. Dezember 2013

Die drei Grazien und der Jäger mit dem Schießgewehr Oder Herta Müller besucht und beschimpft die CNSAS in Bukarest


Die drei Grazien und der Jäger mit dem Schießgewehr
Oder
Herta Müller besucht und beschimpft die CNSAS in Bukarest

In der ausgeschmückten Variante ihrer mit Lügen und Verzerrungen aller Art gespickten Securitate-Münchhausiade will Herta Müller dem Leser klar machen, sie hätte im Jahr 2004 die rumänische Gauck-Behörde CNSAS in Bukarest besucht.

Was sie dort, angeblich auf der Suche – nicht nach der verlorenen Zeit im Kommunismus, sondern  - nach der Wahrheit, bereits im Empfangsbereich der CNSAS vorgefunden habe, schildert sie auf ihre Art plastisch grotesk und überzogen.

Auch ich war im Jahr 2010 bei der CNSAS in Bukarest, um meine Securitate-Opfer-Akte einzusehen. Allerdings betrat ich das Land meiner Geburt erst 30 Jahre nach der Ausreise aus Rumänien – im krassen Unterschied zu Herta Müller, die bereits nach de, Umsturz 1989 mehrfach in Rumänien war, also in jenem Land, in welchem sie angeblich physisch und psychisch gefoltert worden war.

Der Zufall wollte es so, dass ich zum gleichen Zeitpunkt in der rumänischen Hauptstadt weilte, als Herta Müller in Bukarest eine PR-Veranstaltung abhielt, in welcher sie in seichtem Geplauder mit ihrem dortigen Verleger Gabriel Liiceanu, von Haus aus Phänomenologe,  in den hehren Räumen des „Rumänischen Athenäums“ der Welt offenbarte, während der Ceausescu-Diktatur

eigentlich keine Dissidentin gewesen zu sein,

ganz so wie ihr Ehemann und KP-Agitator, Dichter Richard Wagner aus Perjamosch, – nach eigenem Bekenntnis -  auch  nie ein Dissident sein wollte.

Mich und meinen Buchillustrator MichaelBlümel als Begleiter empfingen seinerzeit im Dienstgebäude der CNSAS in der Matei-Basarab-Straße in Bukarest keine drei Grazien im Minirock, weder die von Holbein, noch die von Otto Dix, sondern nur ein dienstbeflissener Angestellter in blauer Uniform.

Und das „Maschinengewehr“ hing auch nicht mehr über den Schultern.

Wenn ein ungebildeter Bauer aus dem Banat den Ausdruck „Maschinengewehr“  gebraucht, statt den korrekten Begriff Maschinenpistole, dann wird man ihm das sicher nicht übel nehmen, denn er kennt nur den undifferenzierten Sermo humilis der Straße.


Doch eine Nobelpreisträgerin für Literatur sollte zwischen Umgangssprache und Hochsprache unterscheiden können.





Aus:

Carl Gibson,

„Die Zeit der Chamäleons“ -


Aphorismen, Reflexionen, Maximen, Sentenzen, Ideen, Essays

Schriften zur Literatur, Philosophie und Geistesgeschichte und Kritisches zum Zeitgeschehen


Motto:

Zum Sinn der Philosophie heute

Philosophen müssen öffentlich agieren.
Sie sollen sich einmischen,
sie sollen reden und schreiben.
Philosophen müssen Fragen aufwerfen, aber auch Antworten anbieten,
sonst ist ihr Denken umsonst!

Das sprichwörtliche Schweigen der Philosophen ist ein Irrweg, 

denn es nützt nur den Mächtigen.

Carl Gibson



 

Mehr zur "Philosophie" von Carl Gibson
in seinem zweibändigen Hauptwerk:

speziell in:

"Symphonie der Freiheit", (2008)
sowie in dem jüngst erschienenen

"Allein in der Revolte.

Eine Jugend im Banat", (2013)






 Philosoph und Zeitkritiker Carl Gibson



Weitere Aphorismen, Reflexionen, Maximen, Sentenzen, Ideen und Essays werden auf diesem Blog folgen.
 










 

 

 
 
 
 







 
 







 
 













Copyright: Carl Gibson


© Carl Gibson
Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel

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