Mittwoch, 15. Mai 2013

Carl Hanser- Verleger Michael Krüger über seine Autorin Herta Müller - "Erpresserbriefe" als Kunst und Wie Legenden entstehen und verbreitet werden





11.

Carl Hanser- Verleger Michael Krüger über seine Autorin Herta Müller


 


"Erpresserbriefe" als Kunst -

Wie Legenden entstehen und verbreitet werden

„Eine Chronistin europäischer Geschichte“ -

So reißerisch aufgebläht und zugleich sachlich falsch überschreibt die Zeitschrift „Cicero“ das Interview mit dem Herta Müller- Verleger Michael Krüger unmittelbar nach der Nobelpreisverleihung.
Viel zu Herta Müller hat der Verleger nicht zu sagen – und das Wenige, was er sagt ist ausweichend, je reserviert oder entspricht nicht den Fakten.
Herta Müller, die ohne Goethe und Schiller auskommt, ohne Heine und Nietzsche, ohne Literaturgeschichte, Geistesgeschichte und Kulturgeschichte, ja ohne Kultur und Bildung agiert in ihrem gesamten Vorgehen – auch über die Literatur hinaus – zutiefst ahistorisch.

Man hat den Eindruck, dass diese sachlich vollkommen deplatzierte und nicht dem Munde des Verlegers entnommene Überschrift, nur für Leute geschrieben wurde, die sowieso nur Überschriften lesen. Hauptsache, die Botschaft bleibt in den Köpfen hängen, auch wenn sie falsch ist. So verfälscht unverantwortlicher Journalismus die Wahrheit, die historische Wahrheit und die Geschichte.
Man darf nicht gleich alles auf die Goldwaage legen und jede kleine Nuance kritisch werten, werden mir jene entgegnen, die alles legitimieren und für jedes Versagen eine Rechtfertigung suchen.

Doch! Halte ich dagegen!
Gerade wenn ein Großverleger – wohl erstmals öffentlich - über seine Neu-Akquisition spricht, die – überraschend für die gesamte Literarische Welt – ohne besondere Meriten einen Nobelpreis zugesprochen bekam, der de facto – nach meiner Auffassung - erschlichen, ja ergaunert und durch politische Protektion hinter den Kulissen durchgesetzt wurde, dann muss man genauer lesen, genauer hinhören und eben diese feinen Nuancen – auch des Nichtgesagten – registrieren und werten.
Mit dem Hinweis, der Chef der Literatur-Nobelpreis-Jury in Stockholm Peter Englund sei ein kluger Kopf und hervorragender Experte in Neuerer Geschichte, deutet Verleger Krüger nicht nur an, Herta Müllers historische Verdienste würden so mit gewürdigt –
er suggeriert darüber hinaus auch, Peter Englund sei – quasi als Zünglein an der Waage und als Einziger – auch noch für die Preisverleihung an die kontrovers diskutierte Unbekannte verantwortlich, was, nach meiner Auffassung einem Ammenmärchen gleichkommt.
Über Martin Walser kam Michael Krüger auf den von ihm alsbald geschätzten Oskar Pastior … und über diesen Herta Müller –„Freund“ auf Zeit aus Siebenbürgen auf die Unbekannte aus dem Banat, auf „Herta who?“, deren Bücher er alle gelesen haben will.
Wenn das tatsächlich so ist und Verleger Krüger auch die Artikel und Interviews von Herta Müller intensiv verfolgt hat, dann muss er auch mit ihren dutzendfach ausgebreiten Lügen konfrontiert worden sein?
Oder?
Hat er dagegen nichts einzuwenden?
Ob er die Literatur Herta Müllers gut findet, die er verlegt, sagt Carl Hanser Chef und Verleger Michael Krüger nicht explizit.
Auch vermeidet er eine unmittelbare Würdigung seiner Autorin.
Beim aufmerksamen Zwischen-den-Zeilen-Lesen hat man sogar den Eindruck, Krüger mache einen Bogen um diesen Aspekt, er gehe einer eindeutigen Wertung – wie die Katze um den heißen Brei – aus dem Wege, weil er zu einem absoluten Verdikt, das ihm eher peinlich ist, nicht ganz stehen kann.
Ist ihm die Akquisition Herta Müller nicht ganz geheuer, trotz Nobelpreis?
Spricht das Gewissen dagegen oder der sensible Kunstverstand, der Herta Müllers Kreationen mit den literarischen Werken anderer mehr oder weniger nobelpreiswürdiger Literarten deutscher Zunge konfrontieren, vergleichen und messen wird? Das kluge Expertentum, das der deutsche Großverleger dem Schweden vom Nobelpreiskomitee bescheinigt, fehlt bei seiner Einschätzung Herta Müllers als Literatin.

Weshalb sagt Krüger nicht auch explizit, Herta Müller sei eine „kluge“ Frau, die „hervorragende“ Literatur produziere, die belesen sei wie Oskar Pastior, die die Möglichkeiten der deutschen Sprache virtuos auslote und ausschöpfe wie jener?
Vielleicht auch deshalb, weil Herta Müller in der Tat nicht belesen ist.

Ihr fehlt nicht nur fundiertes Wissen in Ideen- und Geistesgeschichte; sie kommt auch ohne eine Auseinandersetzung mit der deutschen und europäischen Klassik und Romantik aus, ohne die großen Fremdsprachen Englisch und Französisch – und sie rezipiert praktisch keine große fremdsprachige Literatur.
Ihre merkwürdige Sprachakrobatik beim Produzieren von dadaistischer Nonsens-Literatur und ihr alles andere als nobelpreiswürdiger vergewaltigender Umgang mit der nur unzulänglich beherrschten Muttersprache, sind Aspekte, die nicht nur einem Verleger auffallen müssen, der alle ihre Bücher gelesen haben will.
Das Hervorheben ihrer dialektalen Schreibweise durch Krüger klingt reserviert und wenig überzeugend, ebenso der Hinweis, dass sie über ihm vertraute Welten und Motive schreibt.
Ob es nur der Umsatz kraft Nobelpreis ist, der ihn weiterhin an Herta Müller festhalten lässt wie andere Verleger, die Bestseller-Autoren verlegen, obwohl diese nichts als geistig-literarischen Müll produzieren?
Immerhin steht Verleger Michael Krüger bis zu einem gewissen Grad hinter seiner Autorin, die nicht nur von mir abgelehnt wird, wenn auch halbherzig und versucht, - über Prosa-Literatur hinaus auch Herta Müllers höchst fragwürdigen Gedichte als „Kunst“ zu rechtfertigen – und dies mit Argumenten aus der Unkenntnis der Materie heraus, die mich jedenfalls nicht überzeugen.
Den Erpresserbrief-Collagen eine ästhetische Qualität zuzusprechen, ist an sich vermessen.
Wo bleibt der eigentliche Kunstfaktor?
Das frage ich nicht nur den Deutschen Professor!
Papierausschnitte in wirrer Struktur zusammenkleben kann jeder. Und es bedarf schon eines chaotischen Bewusstseins, um der Nonsens-Botschaft jener Pseudokunst zu folgen.
Carl Hanser-Verleger Michael Krüger stellt kennerisch fest: „Herta Müller hat viele anonyme Drohbriefe in Rumänien und auch in Deutschland bekommen, die so aussahen. Die Securitate bediente sich dieses traditionellen Mittels der Einschüchterung und Verunsicherung.“
Wo sind diese Droh-Briefe?
Weshalb behauptet der Verleger solches Zeug und nährt damit Legenden ohne Grundlage?

Mir ist nur ein Brieflein bekannt, wenige Zeilen eines betroffenen und in der Ehre gekränkten Mütterchens. Das Dokument ist Teil der Akte „Cristina“ und wurde bereits ausgiebig propagandistisch ausgeschlachtet, doch jenseits aller Objektivität, dafür verzerrt und irreführend – und dies sogar in einen „seriösen“ Blatt!

Aus diesem Brieflein hat man dann gleich mehrere gemacht und – wie Michael Krüger - so getan, als hätte der für die Aufrechterhaltung der Diktatur zuständige rumänische Geheimdienst „Securitate“ nichts Besseres zu tun gehabt, als Erpresser- und Drohbriefe an Literaten zu verschicken – an Personen, die er ganz legal mit Ausreisepässen ausreisen ließ, statt sie im Land ihrer Herkunft, in der kommunistischen Ceausescu-Diktatur ins Gefängnis zu werfen oder gar zu liquidieren.
Herta Müller, ihr Gatte aus der KP, der Schollendichter Richard Wagner und ihre anderen Kollegen aus der Aktionsgruppe Banat, Mitglieder der RKP, reisten so aus! Unbehelligt von der bösen Securitate!

Schuster bleibe bei deinem Leisten, kann man da nur sagen – und ein Verleger konzentriere sich auf wahrhaft „gute Literatur“!
Ein Gang in den Englischen Garten zum RFE-Gelände zur richtigen Zeit (1981) hätte dem Wahl-Münchner sicher genauer vermittelt, wie die Securitate vorgeht, wenn sie zum Zweck gelangen will.
Sie schickt „Carlos“, der für eine Million Dollar Honorar, das in die Luft jagt, was man von ihm erwartet.
Droh-Briefe, die gut geeignet sind, eine „Verfolgung“ oder Bedrohung anzudeuten, kann jeder selbst verfassen und an sich selbst schicken oder aus dem Ausland an sich schicken lassen.

So werden Legenden fabriziert, die dann via Literatur in bare Münze umgesetzt werden.
Es bedarf keiner Verschwörungstheoretiker, um solche Thesen in Umlauf zu bringen.
Der Deutsche Michel nimmt alles hin – je exotischer die Lüge, desto glaubhafter wirkt sie. Von solchen Mythen lebt Herta Müller.
Weshalb hält sein Verlagshaus Hanser an Behauptungen fest, die nicht stimmen – etwa an dem Hinweis, Herta Müller hätte im Rumänien Ceausescus das kommunistische Regime kritisiert?
Es ist zwar verständlich, wenn Verleger Michael Krüger pro domo spricht, seine Interessen wahrt und sich freut, wenn es im Kasten klingt.
 Doch muss ein Philosoph den Klang des Geldes gut finden?

Im Jahr 2007 bot ich dem Carl Hanser-Verlag das Manuskript der entstehenden
"Symphonie der Freiheit“ an,

ein Werk, aus dem die Carl Hanser-Autorin Herta Müller schamlos abgeschrieben hat –

und dies noch vor dem Nobelpreis.
 Der Carl Hanser-Verlag wollte mein Werk und damit die authentischen Securitate-Geschichten nicht.
Dafür aber druckten sie das, was Herta Müller daraus gemacht hatte.

So entsteht Literatur!

 








 
 

 Herta  Müller - von ihren Förderern zur Ikone stilisiert.
 
In diesem Heft äußert sich Verleger Michael Krüger unmittelbar nach der Nobelpreisverleihung.
 
 
 
 
 
Noch 1984 publizierte die angeblich verfolgte Schriftstellerin Herta Müller
 
im "Neuen Weg", in deutscher Sprache
 
in Bukarest zur Zeit der Ceausescu-Diktatur
 
 
1978 - Richard Wagner, seit  1982 mit Herta Müller verheiratet,
liefert hier seine Propaganda-Aufbau-Lyrik ab,
aus der Sicht eines Genossen der Rumänischen Kommunistischen Partei
 
 
 
 
 
Richard Wagners Partei-Genosse
aus der
Rumänischen Kommunistischen Partei
Nicolae Ceausescu
 
 
 
 
Hier veröffentlichten Richard Wagner und Herta Müller mit dem Segen der KP
- ist das alles schon vergessen?
 
 




 
Carl Gibson - ein Opus über Widerstand im Ceausescu-Kommunismus
 
Hier bediente sich schamlos Herta Müller.
 
Die Germanisten aus Paderborn und Würzburg werden die plagiatsverdächtigen Textstellen sicher bald eruieren und in die Diskussion stellen.
 
 
 
 
 
 Carl Gibson, Philosoph, Historiker,  Bürgerrechtler -
 
seine Kritik an der  Nobelpreisnominierung und der Nobelpreisehrung ging um die Welt - bewirkt hat sie nicht viel.
 
 
 
Copyright: Carl Gibson
Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



 
 

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