Mittwoch, 29. Mai 2013

Zwei Kalte Krieger und ihre Streit-Kultur







Die streitbare Heroine Herta Müller
und


der streitbare Medienmacher Michael Naumann aus der SPD-


zwei Kalte Krieger avant la lettre, die sich gefunden haben.


Streit verbindet über die verwandte Streitkultur.

Der Gegenstand eines „ außerakademischen Disputs“, scheint bei beiden oft sekundär, ja fast egal, wie das Prinzip …
Hauptsache, der Name des nicht gerade willkürlich erwählten Kontrahenten, der bei Herta Müllers in der Regel der beschimpfte und angeprangerte Buhmann ist, beschert den erwünschten Widerhall, die Aufmerksamkeit der Medien und der Vielen auf Zeit.

Hauptsache, der Effekt stimmt!

Man verschafft sich Gehör und Aufmerksamkeit!

Hauptsache, man bleibt im Gespräch und – für einige - auf der richtigen Seite, auch wenn der oft einseitige Streit ohne große Widerrede zum seichten Gerede verkommt!

Während Michael Naumann,
ein SPD-Mann, der konservative Politik macht,

der sich um Literatur kümmert und auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen will, noch näher an der Sache, sich mit politischen Rivalen aus der CDU wie Wolfgang Schäuble oder Kanzleramtsminister Pfeifer, anlegt, selbst bei sensiblen Themen– wie in der Diskussion um die Ausgestaltung Holocaust-Stelen-Mahnmals in Berlin,


wirft Herta Müller, die rabiat gewordene Volksdeutsche mit dem retuschierten Wikipedia-Porträt und Wahl-Berlinerin, mit Lehm – auf die bewährte Art wie zur Zeit Claire Waldoffs, ohne sich weiter zu schämen.

In einem Anflug von eklatanter Selbstüberschätzung und Hybris nimmt die früher mit den Kommunisten Ceausescus verbandelte und mit einem Kommunisten verheiratete Heroine aus dem Banat die links-roten Nobelpreisträger-Kollegen Günther Grass und Mo Yan aus der VR China aufs Korn.
Ohne besondere moralische Legitimität und ohne überhaupt etwas von Belang zu sagen zu haben, taucht sie auf, gibt ihre anklagenden Statements ab und verschwindet wieder, ohne sich einer öffentlichen Disputation zu stellen.

Schlechter Stil? Doch seit Jahren bewährt!
Herta Müller, die „Anti-Grass“, man höre und staune, übt sich ein in der moralischen Entrüstung und wirft mit Steinen, obwohl sie seit Jahren selbst im Glashaus sitzt:

Als Wendehals und exotischer Paradiesvogel, der sich mit fremden Federn schmückt, sollte Herta Müller – wie ihr antikommunistischer Mentor im späten Klassenkampf auch – sich selbst an die Nase fassen und vor der eigenen Tür kehren.
Deplatzierte Polemik, Demagogie, schlechter Stil schlagen gelegentlich zurück, wenn das Maß überstrapaziert wird. Noch merken die Wenigsten, welches falsche Satyrspiel der Mentor und sein Protegé da aufführen.

Wenn konservative Sozialdemokraten und linke Christdemokraten zusammenarbeiten, dann gibt es – zum Wohle Deutschlands – ein Ganzes.

Der Zweck heiligt die Mittel.

Dass Lüge und Täuschung nie ein Mittel demokratischer Politik sein dürfen, das hat sich in bestimmenden Teilen der SPD und CDU noch nicht herumgesprochen.

Manchmal wird absurde Literatur Dienerin luzider Politik.







Aus:

Carl Gibson,

„Die Zeit der Chamäleons“ -


Aphorismen, Reflexionen, Maximen, Sentenzen, Ideen, Essays

zur Literatur, Philosophie und Geistesgeschichte und Kritisches zum Zeitgeschehen


Motto:



Zum Sinn der Philosophie heute

Philosophen sollen reden und schreiben,
Philosophen sollen Fragen aufwerfen und Antworten anbieten,
sonst ist ihr Denken umsonst!
Das – sprichwörtliche – Schweigen der Philosophen ist ein Irrweg,
denn es verhüllt die Wahrheit und billigt die Lüge.

Das Schweigen der Denker nützt nur den Mächtigen.





 

Mehr zur "Philosophie" von Carl Gibson
in seinem zweibändigen Hauptwerk:

speziell in:

"Symphonie der Freiheit", (2008)
sowie in dem jüngst erschienenen

"Allein in der Revolte.

Eine Jugend im Banat", (2013)






Philosoph und Zeitkritiker Carl Gibson

Weitere Aphorismen, Reflexionen, Maximen, Sentenzen, Ideen und Essays werden auf diesem Blog folgen.


Copyright: Carl Gibson
Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel

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